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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
D
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Drops 
91 
Dynamit 
zeichnis B der Verordnung vom 22. X. 1901 
aufgeführten Drogen, Chemikalien und Zuberei 
tungen dürfen außerhalb der Apotheken nicht 
feilgehalten und verkauft werden. Da die Ver 
ordnung den Verkehr mit „Arzneimitteln" 
regelt, ist bei einzelnen Artikeln, die kosmetische 
oder technische Verwendung finden oder Des-, 
infektionsmittel sind, beim Verkaufe und der 
Signierung darauf zu achten; z. B. Chinarinde, 
zur Herstellung des China-Kopfwassers, Eau de 
Quinine, Chloroform zum Auflösen von Kautschuk, 
um Fahrradreifen usw. zu kitten, Zinkchlorid zur 
Herstellung des säurefreien Lötwassers usw. 
Drops (Tropfen), zuerst in England her 
gestellte rundliche Bonbons oder Plätzchen, mit 
säuerlichen Fruchtsäften oder künstlichen Frucht- 
athern gefüllt (Fruchtbonbons). 
Duboisinsulfat (lat. Duboisinum sulfuricum, 
frz. Sulfate de duboisine, engl. Sulfate of duboi- 
sine), wird aus den Blättern der in Australien 
heimischen strauchartigen Solanazee, Duboi- 
,sia myoporoides, hergestellt. Es besteht je 
nach der Art der benutzten Blätter aus Hyos 
zyamin- oder Skopolaminsulfat und enthält 
außerdem bisweilen Pseudohyoszyamin und 
Hyoszin. D, findet beschränkte medizinische 
Anwendung. 
Düngemittel (frz, Engrais, engl. Manures) 
nennt man im weiteren Sinne alle Stoffe, weiche, 
dem Boden einverleibt, das Wachstum der Pflan 
zen zu fördern vermögen. Gegenstand des Han 
dels auf größere Entfernung hin bilden jedoch 
in der Regel nur die Fabrikate oder durch be 
sondere Behandlung versandfähig gemachte 
Naturprodukte, die sog. Kunstdünger (frz. 
Engrais artificiels, engl. Artificial manures), wäh 
rend der Stalldünger und städtische Abfallstoffc 
(Kloakeninhalt, Schlachthausabfälle) die Kosten 
■eines weiteren, Transportes nicht vertragen, son 
dern in der nächsten Umgebung verbraucht wer 
den. Nach ihrem Gehalt an Pflanzennährstoffen 
unterscheidet man: Phosphorsäurehaltige D.: 
Knochenasche, Thomasmehl, Superphosphate. 
Stickstoffhaltige D.: Chilesalpeter, Ammo 
niumsalze. Gemischte Phosphorsäure- und 
Stickstoff-D.: Ammoniaksuperphosphat, Guano, 
Knochenmehl,Tierkörpermeh), Fischdünger (Fisch- 
guario). Kalihaltige D.; Abraumsalze, Holz 
asche. Kalkhaltige D.: Kalk, Gips. Mergel. 
Gemischte Kalk - Stickstoff - D.; Kalziumzy- 
unamid (Kalkstickstoff). Alle D. werden unter 
Garantie eines bestimmten Gehaltes an Phos- 
Phorsäure, Kali oder Stickstoff verkauft, und es 
empfiehlt sich stets für den Käufer, sich durch 
chemische Analyse von der vertragsmäßigen 
Lieferung zu überzeugen. Vgl. die Spezialartikel. 
Düngesalz. Mit diesem Namen belegt man 
sowohl das zum Düngen bestimmte Kochsalz 
oder gemahlene Steinsalz, als auch kochsalz 
haltige Abfälle der Salinen. Es sei jedoch be 
merkt, daß Kochsalz kein direktes Pflanzennähr 
mittel ist, sondern nur indirekt durch chemische- 
und physikalische Beeinflussung des Bodens wirkt. 
Einen direkten Düngewert, der bei der Preis 
bestimmung ausschlaggebend ist, besitzen nur 
diejenigen Salinenabfälle, die kleine Mengen von 
Kali enthalten. 
Dulzin (Sukrol), ein künstlicher Süßstoff, der 
200mal so süß als Rohrzucker ist, in chemischer 
Hinsicht Paraphenetolkarbamid, wird durch Um 
wandlung des zyansauren Paraamidophenetols 
oder durch Einwirkung von Kohlenoxychlorid 
auf Paraphenetidin und nachfolgende Behandlung 
mit Ammoniak fabrikmäßig dargestellt als ein 
weißes, in Wasser leicht lösliches Kristallpulver 
vom Schmelzpunkt 173 0 . Es wird als Süßstoff für 
Diabetiker benutzt, unterliegt aber denselben Be 
schränkungen wie Saccharin (s. d.), insbesondere 
ist die Einfuhr verboten. 
Duratol, ein photographischer Entwickler, der 
meist neben Hydrochinon angewandt wird, be 
steht aus Benzylparaamidophenolbromhydrat. 
Dynamit (frz. und engl. Dynamite), der be 
kannteste und wichtigste Sprengstoff für Berg- 
und Eisenbahnbau, besteht aus einer Mischung 
von Nitroglyzerin (s. d.) mit Infusorienerde (Kiesel 
gur) im Verhältnis von 75:23 — 24,5, der meist 
noch etwas Soda hinzugesetzt wird, um das Auf 
treten freiör Säure zu verhindern. Die formbare 
Masse wird in Hülsen aus Pergamentpapier ein 
gedrückt und dann als Dynamitpatronen in 
den Handel gebracht. An Steile der Kieselerde 
werden neuerdings auch andere indifferente Mit 
tel, wie Sägespäne, Zellulose, zum Aufsaugen des 
Nitroglyzerins benutzt, und die Gemische zur Mil 
derung der Wirkung mit verschiedenen Stoffen, 
wie Schwarzpulver, Salpeter, Kaliumchlorat, 
Schwefel, versetzt. Von den häufiger angewand 
ten Sprengmitteln dieser Gruppe seien angeführt: 
Lithof racteur, Dualin, Karbodynamit, 
Karbonit, Vigorit. Das D. hat bei außer 
ordentlicher Sprengkraft vor vielen anderen Mit 
teln den Vorzug, daß es verhältnismäßig gefahr 
los zu handhaben ist und im Gegensatz zu Nitro 
glyzerin nicht durch Stoß allein oder durch 
Verbrennen, sondern nur durch plötzliche Ent 
zündung in geschlossener Patrone explodiert. 
Trotzdem ist die Aufbewahrung und der 
Transport zur Vermeidung unvorhergesehener 
Unglücksfällc besonderen Sicherheitsmaßregeln 
unterworfen.
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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