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Die Eisenindustrie in Südrußland

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Bibliographic data

fullscreen: Die Eisenindustrie in Südrußland

Monograph

Identifikator:
897231309
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-12220
Document type:
Monograph
Author:
Sawelieff, Maximilian http://d-nb.info/gnd/1036372987
Title:
Die Eisenindustrie in Südrußland
Place of publication:
Weida i. Th.
Publisher:
Druck von Thomas & Hubert, Spezialdruckerei für Dissertationen
Year of publication:
1911
Scope:
1 Online-Ressource (130 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Die südrussische Eisenindustrie in der Gegenwart
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Eisenindustrie in Südrußland
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erster Teil. Geschichte der Eisenindustrie in Südrußland
  • Zweiter Teil. Die südrussische Eisenindustrie in der Gegenwart
  • Schluß

Full text

100 
Im Jahre 1901 brach die Krisis aus. Es kamen für die Eisen 
industrie schlechte Zeiten. Die Veränderung der Konjunktur er 
zeugte eine lebhafte Bemühung seitens der Eisenindustriellen, die 
Lösung der Kartellfrage zu ermöglichen. Die Verständigung erscheint 
jetzt deshalb leichter möglich, weil die früheren großen Unterschiede 
in den Produktionsunkosten gemildert sind. Die Preise der Rohstoffe 
haben bedeutend abgenommen. So konnten jetzt die günstigeren Eigen 
tumsverhältnisse der alten Aktiengesellschaften keine besonders große 
Bedeutung haben, und was noch wichtiger ist, die technische Betriebs 
organisation bei den einzelnen Werken wurde zu dieser Zeit sehr ein 
förmig gestaltet; damit vergrößerte sich auch die Konkurrenzfähigkeit 
der Werke. Die fallenden Preise und die verschärfte Konkurrenz 
schufen ihrerseits den gemeinsamen Boden zur Kartellierung. 
Zu dieser Zeit änderte sich auch die Stimmung der Regierung. 
Um den Industriellen in ihrer Not behilflich zu sein, verpflichtete 
sie sich, von jetzt an der Syndikatsbildung keine Hindernisse in den 
Weg zu legen. „Es wurde damit,“ sagt Kaffenhaus, „eine sehr 
merkwürdige Lage geschaffen: einerseits verbietet das Gesetz mit 
Entschiedenheit die Verständigung, die den Charakter der Syndikate 
tragen, andererseits bekamen die Vertreter der großen Industrie 
eine faktische Erlaubnis zur Bildung von Berufsgenossenschaften 1 “. 
Sie konnten aber aus dieser Erlaubnis zeitweise keinen Nutzen 
ziehen; obwohl die Kartelle faktisch erlaubt waren, hatten sie nicht 
den Charakter einer juristischen Person, daher waren die Ver 
pflichtungen für ihre Mitglieder nicht rechtlich bindend. Die ge 
gründeten Kartelle lösten sich daher auf, sobald ihre Mitglieder eine 
Gelegenheit bekamen, die Statuten zu überschreiten. 
Endlich wurde eine feste Form gefunden, die sich der bestehenden 
Gesetzgebung anpaßte. Die Mitglieder der entstandenen Syndikate 
gründeten einfache Verkaufsaktiengesellschaften mit dem Zwecke, ihre 
Fabrikate gemeinsamzu vertreiben. Diese Aktiengesellschaften schlossen 
dann ihrerseits einzelne Verträge mit allen Mitgliedern des Syndikats, 
die sich verpflichteten alle ihre Waren unter bestimmten Bedingungen 
nur an diese Verkaufsaktiengesellschaften zu liefern. Um Kontrakt 
brüche zu erschweren, mußten die Mitglieder große Pfänder zahlen. 
Diese Einzelverträge bildeten eigentlich die Grundlage des Syndikats, 
während die Verkaufsstellen nur die Bedeutung einer rechtlichen 
Legitimation hatten. Daß die Verkaufsstelle nur als rechtliche 
Legitimation diente, zeigt schon das abnorm geringe Stammkapital 
dieser Gesellschaften; das Stammkapital z. B. bei der „Gesellschaft 
für Verkauf der Metallerzeugnisse der russischen Eisenwerke“, oder 
wie sie verkürzt heißt — „Prodameta“ — betrug 900000 Rubel, 
während ihr Umsatz im Jahre 1909 27 907406 Rubel betrug 1 2 . 
1 Aaffenhaus, a. a. O., S. 42. 
2 Jahresbericht d. Akt.-Ges. „Prodameta“ 1909.
	        

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Die Eisenindustrie in Südrußland. Druck von Thomas & Hubert, Spezialdruckerei für Dissertationen, 1911.
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