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Abriss einer Geschichte der Theorie von den Produktionsfaktoren

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Bibliographic data

fullscreen: Abriss einer Geschichte der Theorie von den Produktionsfaktoren

Monograph

Identifikator:
898235332
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-14541
Document type:
Monograph
Author:
Müller, Johannes http://d-nb.info/gnd/130010693
Title:
Abriss einer Geschichte der Theorie von den Produktionsfaktoren
Place of publication:
Naumburg a. d. S.
Publisher:
G. Pätz'sche Buchdr. Lippert & Co. G.m.b.H.
Year of publication:
1911
Scope:
1 Online-Ressource (53 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IX. Kapitel. Die Gegenwart (Brentano)
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Abriss einer Geschichte der Theorie von den Produktionsfaktoren
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel
  • II. Kapitel. Der Merkantilisten und Physiokraten (Turgot)
  • III. Kapitel. Adam Smith
  • IV. Kapitel. J. St. Mill
  • V. Kapitel. Sismondi
  • VI. Kapitel. Fr. List
  • VII. Rodbertus
  • VIII. Karl Marx
  • IX. Kapitel. Die Gegenwart (Brentano)

Full text

51 
Elemente nennen, ist gleichgültig, wir können unser Hauptaugenmerk 
also gleich auf den „voraussehenden Geist“ richten. Was ist dieser 
menschliche Geist? Wie kommt er dazu, die Verhältnisse richtig 
vorauszusehen? Um im wirtschaftlichen Lehen einen richtigen Blick 
zu haben, muß man es eingehend studiert haben und tagtäglich weiter 
studieren, ein Teil des Brentanoschen „Geistes“ besteht also in geistiger 
Arbeit. Ferner wenn wir uns einen Australneger vornehmen, er kann 
studieren soviel wie irgend möglich, er wird nie einen voraussehenden 
Geist bekommen; mit anderen Worten, dieser Geist hat eine hohe 
Kultur zur Voraussetzung. Da aber, wie Adam Smith treffend aus 
einander gesetzt hat, eine Kultur nur durch Zusammenwirken von 
Natur, Kapital und Arbeit erworben werden kann, so ist auch der 
Geist, der sich aus dieser Kultur entwickelt hat, nur ein Produkt der 
Produktionsfaktoren, zwar ein höchst produktives, vielleicht, und in 
diesem Sinne hat Brentano wohl recht, das produktivste, aber doch nur 
ein Produkt. Er ist also, falls wir es nicht überhaupt vorziehen, seine 
Tätigkeit ganz als Arbeit anzusehen, nur ein Teil des Kapitals, das 
in unserem Wirtschaftsleben tätig ist. Ausschlaggebend ist für uns 
natürlich nicht die Tatsache, daß er ein Produkt ist; das ist ja 
auch bei dem Produktionsfaktor Kapital der Fall, sondern daß er, 
falls man seine Tätigkeit nicht als eine besondere Art der Arbeit an 
sieht, restlos in dem Begriff „Kapital“ aufgeht. 
So wertvoll also Brentanos Anregungen sind, und so sehr wir 
ihm auch für die neuen Gesichtspunkte, die er uns in ihnen gebracht 
hat, dankbar sein müssen, die Grundlagen unserer Lehre sind durch 
sie nicht berührt worden. Theoretisch ist die überragende Produk 
tionsbedeutung des Geistes als des einzigen Produktionsfaktors nicht 
haltbar, so wenig wir natürlich seinen praktischen Einfluß auf unser 
Wirtschaftsleben irgendwie verkennen wollen. 
Abgesehen von Brentano und Sombart sind sich die heutigen 
Nationalökonomen mithin in der Theorie der Produktionsfaktoren so 
ziemlich einig, und es sind nur Fragen zweiter Ordnung, die hier und 
da noch eine kleine Diskussion hervorrufen, so die oben erwähnte 
Scheidung in technische und wirtschaftliche Produktionsfaktoren, oder 
der Zweifel, ob man den Staat als Kapital auffassen soll 1 ) oder nicht 
und ähnliches mehr. Wir wollen daher nur diese letztere, wohl 
wichtigste Frage einer Erwägung unterziehen, und uns auch hier ganz 
kurz fassen, da das Wesentliche hierüber schon in anderem Zusammen- 
*) Wagner, Theoretische Sozialökonomik, Leipzig 1907, I, 138. 
4*
	        

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Abriss Einer Geschichte Der Theorie von Den Produktionsfaktoren. G. Pätz’sche Buchdr. Lippert & Co. G.m.b.H., 1911.
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