Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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Die  Preisberechnung  der  Zinkerze  erfolgt 1 )  auf  Grundlage  von
Rohzinknotierungen  nach  folgender  Formel:  Ausländische
Erze:

Basis  £  24  —;  Londoner  Preis
+  1  Mk.  f.  jede  £  ±;
1  £  —  20  Mk.  gerechnet.

a)  Blende:  ~(T—8)  —  50  Mk.
b)  Galmei:  ^(T-7)-40  „

In  diesen  Formeln  bedeutet:  P  Tagespreis  für  eine  Tonne  Zink;
T  (Teneur)  den  Metallgehalt  des:  Erzes;  8  °/o  bzw.  7  o/o  werden  dem
Verkäufer  mit  Rücksicht  auf  Verluste  beim  Ausschmelzen  abgezogen.
Z.  B.  Rohzink  notiert  in  London  22  L;  Zinkblende,  mit  40°/oj  Zink-22
  20
gehalt,  vom  Auslande  bezogen  würde  kosten:  (40—8)  —
(50—2)  =  92,80  Mk.  f.  1 :  t.
Der  Gewinn  des  Schmelzers  ist  um  so  größer,  je  geringer  der
tatsächliche  Prozentsatz  des  bei  der  Verhüttung  verlorenen  Metalls
ist.  Neben  der  Qualität  des  Erzes,  dem  Hitzegrad,  der  Güte  der
Muffeln  u.  a.  sind  die  Verluste  bei  der  ,,Ausbringung“  des  Erzes
von  der  Aufmerksamkeit  des  Arbeiters  abhängig,  die  man  durch
Geldprämien  zu  fördern  trachtet.
Wie  stark  das  Kalkulationsergebnis  durch  Außerachtlassung
der  Ausbeuteverluste  beeinflußt  werden  kann,  zeigt  folgendes  (5.)
Beispiel  aus  der  Lederfabrikation:  Wenn  man  3000  kg  Eichenrinde
mit  13  o/o  Gerbstoffgehalt  zu  Mk.  7,—  für  100  kg  Rinde  bezieht,
so  ergibt  dies  rechnerisch  390  kg  Gerbstoff  für  210,—;  100  kg
Gerbstoff  kosten  Mk.  53,85.  Würde  man  diesen  Einheitspreis  der
Kalkulation  zugrunde  legen,  so  würde  man  erheblich  falsch  rechnen;
denn  wenn  der  Gerbstoff  nur  bis  80  o/o  ausgelaugt  werden  kann,
so  können  nur  312  kg  (390  kg  zu  8Ö°/o)  Gerbstoff  mit  einem  Kostenpreis
  von  Mk.  210,—  angesetzt  werden.  Demnach  stellen  sich  100  kg
nutzbaren  Gerbstoffes  auf  Mk.  67,31.
H.  Die  Kosten  der  Ersatzlieferungen 2 )  (z.  B.  im
Maschinenbau)  werden  den  Selbstkosten  des  Auftrages  zugeschrieben
oder  auf  den  Gesamtbetrieb  durch  Einrechnung  in  die  allgemeinen
Erzeugungsunkosten  verteilt.  Ob  die  bisherigen  Bearbeitungskosten'
der  verdorbenen  Materialien  der  den  Rohstoff  liefernden  Abteilung,
etwa  der  Eisengießerei  zu  belasten  sind  oder  der  bearbeitenden
Abteilung,  wird  sich  nur  fallweise  entscheiden  lassen.  Stellt  sich

')  Vor  1915;  vgl.  Hillmann,  Die  wirtschaftliche  Entwicklung  der  deutschen  '
Zinkindustrie.  Diss.  Erlangen  1911,  S.  49.  Ähnliche  Formeln  bestehend  für
oberschlesische  Erze  (Galmei,  Setzkombiende,  Schliechblende).
s )  Vgl.  Schlesinger,  Selbstkostenberechnung,  S.  119,  60.

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