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Anwendung: Bei einem Zinnpreis von 51 5 / i fl. in Amsterdam
kommen 50 kg in Leipzig bei einem Kurs von 168,15 auf $9,312
zu stehen. ' 1 »; *i
c) Das Verfahren bei der Berechnung der Tabelle ist das folgende:
Die berechneten Kalkulationspreise werden in den 4 Ecken der
Tabelle eingetragen (fett gedruckt). Nunmehr ist der Einfluß der
Kurssteigerung (wagrechte Reihe) zu ermitteln. Der Unterschied
zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Deckungskurs beim
niedrigsten Preis (50,-—) ist: 87,789—86,280 — 1,509. Das Steigen
der Kurse ist auf 5 Pfg. zu berechnen, somit 171—168 = 3 Mk.
1,509:60 = 2,515 Pfg., d. h. eine Kurssteigerung um 5 Pfg. ver
teuert den Warenpreis um 2,515 Pfg. In der gleichen Art sind
die übrigen Horizontalreihen zu berechnen.
Schließlich sind die Preissteigerungen (senkrechte Kolonnen)
zu ermitteln. Der Unterschied der Preise (65—50 = 15 Gulden)
beim niedrigsten Deckungskurs (168,—) ist gleich: 111,605—86,280
= 25,325. Diese Preissteigerung soll für 1 / 4 Gulden berechnet
werden, somit 25,325:60 = 0,42208 *), d. h. der Preissteigerung
um 1 / i fl. entspricht eine Erhöhung des Gestehungspreises um
0,42 Mk. Diese Differenz, dem niedrigsten Preis (86,280) 60 mal
zugeschlagen, liefert schließlich 111,605 Mk.
Die einfachste Lösung der Berechnung des Einkaufwertes des
Rohmaterials ist wohl die: man kauft ,,frei in die Fabrik“ oder doch
,,frei Bahnhof“ des Verbrauchsortes und überwälzt die Berechnung
der Kosten auf den Verkäufer. Oder man vereinbart mit dem Spediteur
sogen. „Übernahmepreise“, d. h. feste Kostensätze für eine bestimmte
Gewichtseinheit (100 oder 1000 kg) und einen bestimmten Trans
portweg, in denen alle gewöhnlichen Unkosten und die Speditions
provision enthalten sind (z. B. Transportübernahme von London
bis Frankfurt 490 Pfg. für 100 kg, ausschl. Zoll und Versicherung 2 )).
D. Zwei weitere Rechnungsbeispiele sollen die auch für in
dustrielle Betriebe so wichtige Bezugskalkulation erläutern 3 ).
*) Eine andere Erklärung für die Ermittelung der Zuschlagsdifferenzen: die
Preise von 86,280 bis 87,789 bilden eine arithmetische Eeihe von 61 Gliedern.
Es sind 59 Glieder einzuschalten. Die Interpolationsdifferenz berechnet sich nach
der Formel:
a = ^ = n i 60|-86 2 280 = 0,42208.
TJ + 1 t)U
J ) Wegen des Materialaufschlages vgl. § 44.
3 ) Vgl. auch die Einstandskalkulation für eine Erzlieferung im VII. Abschnitt:
Hüttenbetriebe.