Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

186

Die  Verrechnung  der  Nebenlöhne  (Löhne  der  Hilfsarbeiter)  als
Generalspesen  ist  nicht  in  allen  Betrieben  eingeführt.  Andere  Werke
verrechnen  diese  Löhne  unmittelbar  als  produktive  Löhne  des  betreffenden ­
  Arbeitsstückes;  dadurch  vermindern  sich  die  allgemeinen
Kosten.
In  Unternehmungen  mit  ausgebildeten  Arbeitsmethoden,  gut  eingerichteten ­
  Arbeitsmaschinen  wird  der  Lohnaufschlag  verhältnismäßig ­
  groß  sein;  die  jährliche  Lohnsumme  wird  herabgedrückt.
„  .  T  ,  c  ,,  ...  ,  .  ,  Jahresunkosten.  100
Da  der  Lohnaufschlag  sich'aus  der  Gleichung:  p  —  —=-r  t—,
Jahreslohnsumme
berechnet,  so  ist  klar,  daß  p  um  so  größer  wird,  je  kleiner  die
Lohnsumme  ist.  In  Unternehmungen  mit  teuerer  Lohnarbeit  wird
der  Kostenzuschlag  im  Verhältnis  zu  anderen  Betrieben  der  gleichen
Art  geringer  sein;  und  trotzdem  kann  es  vielleicht  mit  jenen  anderen
Betrieben  nicht  konkurrieren,  weil  die  produktive  Arbeit  zu  teuer  ist 1 ).
Werkstattzuschläge.
§  45.  Das  Streben,  jedem  Fabrikat  einen  den  wirtschaftlichen
und  tatsächlichen  Verhältnissen  entsprechenden  gerechten  Anteil
an  den  allgemeinen  Unkosten  zuzuteilen,  hat  naturgemäß  zur  Verfeinerung ­
  der  Kalkulationsmethoden  führen  müssen.
Prüfen  wir  die  bisher  erörterten  Methoden  der  Kostenaufteilung
an  einem  Beispiele.  Ein  Arbeiter  arbeitet  10  Stunden  zu  70  Pfg.;
der  Zuschlag  beträgt  30%;  ==  21  Pfg.;  die  Kosten  einer  Arbeitsstunde ­
  belaufen  sich  somit  rechnungsmäßig  auf  91  Pfg.  Angenommen,
der  eine  Arbeiter  verrichtet  die  Arbeit  an  einer  Maschine  von  bedeutenden ­
  Anschaffungskosten,  die  große  Ausgaben  für  die  Instandhaltung ­
  verursacht,  teuere  Werkzeuge  erfordert,  viel  Material  und
Kraft  verbraucht  und  eine  große  Bodenfläche  beansprucht 2 ).  Alle
Kosten  sollen  mit  21  Pfg.  die  Arbeitsstunde  gedeckt  werden.
Ein  anderer  extremer  Fall:  Ein  zweiter  Arbeiter  erhält  den
gleichen  Lohn,  arbeitet  mit  Hammer,  Meißel,  Hobel,  Pinsel  o.  ä.
Auch  hier  beträgt  der  Kostenaufschlag  21  Pfg.  Es  ist  klar,  daß
eine  derartige  Verteilungsmethode  die  Kostenanteile  in  dem  einen
Fall  unverhältnismäßig  niedrig,  im  anderen  unverhältnismäßig  hoch
berechnet.  Dieser  ungerechten  Verteilung  kann  dadurch  abgeholfen
werden,  daß  man  für  jede  Lohnkategorie  einen  dem  Unkostenverbrauch ­
  der  einzelnen  Arbeiten  oder  Maschine  entsprechenden  Zuschlag ­
  berechnet,  der  die  Unkosten  dieser  Arbeit  (Maschine)  decken
soll,  und  schließlich  einen  Aufschlag  bestimmt,  um  damit  jene  Aus-')
  Z.  B.  Betrieb  A  arbeitet  mit  20%,  B  mit  60°/o  Kostenaufschlag;  A  verbraucht ­
  an  Löhnen  Mk.  200  +  40  (=20 0 ,o)  —  Mk.  240,-;  B  verausgabt  nur
Mk.  100  —}-  60  =  Mk.  160,-.
*)  Z.  B.  in  einer  Zieherei  stehen  neben  Exzenterpressen  größere  Ziehpressen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.