bleibt. Wird der Altmaterialwert einer Maschine mit 10 o/o des Anschaffungswertes
angenommen, so ergibt die bildliche Darstellung,
daß dieser Wert in etwa 22 Jahren erreicht ist.
Nach Ansicht der zweiten Gruppe ist die Schätzung des wahrscheinlichen
Yerkaufswertes eines Gebrauchsgegenstandes nicht der
Zweck der Abschreibungen; diese sollten vielmehr den wirklichen
Wert der Abnutzung zum Ausdruck bringen.
Die yermögensbilanz hat zwei Aufgaben zu erfüllen. Sie soll
zunächst die Lage des Vermögens, d. h. den Wert der Vermögensteile
und der Schulden zum Ausdruck bringen. Folgerichtig sollen
Veräußerungsgegenstände, deren Zweck es ist, verkauft zu werden,
zum zeitigen Veräußerungswert und Gegenstände zum eigenen Gebrauch
nach Anschauung hervorragender Bilanztheoretiker zum Gebrauchswert
angesetzt werden.
Welchen Wert Vermögensobjekte, die, wie das gesamte Anlagevermögen
und die Produktionsmittel, dem Betrieb dauernd erhalten
bleiben sollen, für den Besitzer als Gebrauchsvermögen haben, läßt
sich zahlenmäßig nicht ausdrücken. Welches ist der Gebrauchswert
einer Maschine? Maßgebend für die Aufnahme in die Vermögensbilanz
können nur die Anschaffungskosten sein, in der Folgezeit
vermindert um den Verlust durch Benutzung bzw. Abschreibung.
Bei normaler Fortsetzung des Betriebes der Unternehmung wird der
Augenblickswert eines Gegenstandes des Gebrauchsvermögens nicht
unmittelbar geschätzt, sondern mittelbar berechnet aus dem Unterschiede
zwischen Anschaffungspreis und dem geschätzten oder angerechneten
jährlichen Verlust. Dieser Wert wird als Gebrauchs- oder
Geschäftswert angenommen; besser ist es, von einem Bilanzwert,
einem Rechnungswert zu sprechen.
Die Bewertung von Gegenständen des Anlagevermögens zum
Veräußerungswert ist bilanztechnisch unrichtig und damit auch die
Anschauung, durch die Abschreibung solle der Veräußerungswert
zum Ausdruck kommen, hinfällig.
Die Abschreibung soll dem Grade der Abnutzung, der Entwertung
entsprechen. Danach hätten jene Ingenieure recht, die
verlangen, daß auf Grund technischer Berechnungen eine möglichst
genaue Ermittelung dieser Quote versucht werde und die Fehlergrenze
möglichst weit gegen die wirkliche Wertminderung hin verschoben
werde (natürliche Abschreibung).
Ein massives, gut ausgeführtes Gebäude hält etwa 400 Jahre 3 );
‘) Vgl. Tonindustrie-Zeitung Nr. 134 von 1907. Die Formel für Gebäudeabschreibungen
E = W.
A . A J
n ' n'
W = Neuwert, n = Lebensdauer, A =
WA
zeitiges Alter. Nach der Formel ist die jährliche Abnützung eine gleich-