Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

VI.  Abschnitt.

Normalkalkulationen,  Rentabilitätsrechnungen, ­
  Gründungsvoranschläge.
Normalkalkulationen.
§  62.  Schon  früher  (§§  41L)  wurde  erwähnt,  daß  einzelne
Unternehmer  Normalkalkulationen  aufstellen.  Eine  dort
nicht,  erwähnte  Verwendung  soll  hier  kurz  erörtert  werden.  Unternehmungen ­
  mit  gleichmäßig  verlaufenden  Betriebsverhältnissen
(Massenproduktion),  nur  für  solche  ist  das  Verfahren  wertvoll,  berechnen ­
  aus  den  Zahlen  des  Vorjahres  die  Gesamtausgaben  und  die
Gesamteinnahmen,  um  die  Leistungsfähigkeit  und  die  normalen  Aufwendungen ­
  des  Betriebes  zu  erkennen.  Daraus  berechnen  sie  den
durchschnittlichen  Herstellungspreis  des  Produktes,  wie  groß  der
Umsatz  war  und  sein  muß,  um  eine  berechnete  Rente  des  Kapitals
zu  erzielen,  wie  groß  der  durchschnittliche  Verkaufspreis  war  u.  a.
Diese  Normalzahlen  dienen  als  Vergleichsmaßstab  für  das  zukünftige
Jahr.  Normalkalkulation  in  diesem  Sinne  ist  somit  eine  Vorkalkulation ­
  und  ein  Wirtschaftsplan  für  die  folgende  Betriebs'periode.
Sie  erfüllt  zugleich  die  Aufgaben  einer  Betriebskontrolle;  sie  gibt
an,  wieviel  Kosten  innerhalb  eines  bestimmten  Zeitraumes  normalmäßig ­
  verausgabt  werden  dürfen  und  ob  die  Kosten  in  einem  richtigen ­
  Verhältnisse  zur  Produktion  (Gesamtheit  und  Einheit)  stehen.
Diese  Verwendung  der  Normalkalkulation  bietet  die  Möglichkeit  fortlaufender ­
  Kontrolle  des  Betriebsaufwandes,  der  Ursachen  eines
größeren  oder  geringeren  Verbrauches  (vgl.  dazu  Unkostenstatistik
§30)i).
1.  Beispiel.
Ein  lehrreiches  Beispiel  für  die  Ermittelung  einer  Normalzahl ­
  bringt  Bednarz 2 ),  dem  wir  hier  folgen.
’)  Vgl.  Tolkmitt,  Die  Kalkulation  im  Geschäftsleben,  Breslau  1896.
a )  Normalbilanzen  für  Zuckerfabriken,  in  der  Zeitschrift  für  Buchhaltung, ­
  Linz  a.  Donau,  1894.  In  Buchform  bereits  1892  erschienen,  Verlag  des
Vereins  der  Zuckerindustriellen  in  Böhmen.  Wir  nehmen  die  doppelten  Beträge
des  Originals  (dieses  in  Kreuzern).  Für  Brauereien  Schaer,  Der  Kaufmann  in
der  Brauerei,  Zürich  1905,  S.  42  f.
            
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