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Grü ndungsvoranschlag.
§ 68. Der wirtschaftliche Erfolg einer Unternehmung ist von
der Anlage der Fabrik im einzelnen, im ganzen und von der Durchführung
der Fabrikation abhängig. Deshalb muß bereits der Bauplan
von ökonomischen Gesichtspunkten aus gestaltet werden: die
Möglichkeit späterer Erweiterungen ohne erhebliche Störungen des
Betriebes, zweckmäßige Anordnung der Bäume, insbesondere mit
Rücksicht auf die Aufeinanderfolge der Arbeitsprozesse und unter
Vermeidung überflüssiger Zeitverluste, Wahl der Kraftquelle und
Verteilung der Kraft, Zentralisation oder Dezentralisation des Betriebes
und seiner Hilfsmittel müssen in Betracht gezogen werden.
Schon die Wahl das Ortes der Niederlassung hat auf günstige
Produktionsbedingungen (billiges Terrain, Vorhandensein
der Bohstoffe und wichtiger Hilfsstoffe, einer Betriebskraft,
Arbeiterverhältnisse des Ortes, Steuern usf.) zu sehen, die Absatzverhältnisse
(günstige Handelsbeziehungen, gute Verkehrsstraßen,
billige Transportmittel, Nähe des Hauptabsatzgebietes u. a.)
zu berücksichtigen. Die Lage des Grundstückes muß ungestörten
Betrieb sichern (Arrondierung des Grundstückes, Abwässerentfernung,
Nachbarschaft, Straßen, Hochwasser- und Feüersgefahr
usf.). Es ist klar, daß jede unzweckmäßige Wahl des Ortes und
der Anordnungen der inneren Einrichtungen in der Größe der Selbstkosten
zum Ausdruck kommt.
Der Gründungsplan 1 ) soll dem Unternehmer über die
zukünftige Ertragsfähigkeit seines Unternehmens Auskunft geben;
selbstverständlich ist es stets nur eine Wahrscheinlichkeitsrechnung,
der eine Ildealfabrik, die persönlichen Erfahrungen des Unternehmers
und anderer sowie die Annahme einer gewissen Stabilität
der einzelnen Bechnungsfaktoren zugrunde liegen. Die meisten Kalkulationsimomente
lassen sich nicht mit absoluter Sicherheit im voraus
berechnen. Eine Verminderung des Bedarfes, Preissteigerungen von
Betriebsimaterialien und Rohstoffen, technische Verbesserungen, Entstehung
neuer Konkurrenz u. v. ä. machen die besten Berechnungen
zunichte.
Der Gründungsplan, teilweise ist es ein Betriebs- und Wirtschaftsplan,
hat unter anderem folgende Elemente in das Bereich
seiner Berechnungen zu ziehen:
i. Kapitalbedarf und -Beschaffung 2 ). Die Berechnungen erstrecken
sich auf das Anlage- und das Betriebskapital unter Be-')
Vgl. zu diesem Kapitel: Haushofer, Der Industriebetrieb, 2. Aufl., 1904.
Krafft, System der technischen Arbeit. 1902.
’) Vgl. Wolff-Birkenhihl, Die Praxis der Finanzierung, 2. Auf!.,
Berlin 1908; meine Privatwirtschaftslehre, 3. Aufl., Berlin 1921, Technik
der Finanzierung.