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walzt die Blöcke zu einem dicken Draht, die dann im Drahtzug zu
fertigem Draht gezogen werden. Alle drei Prozesse liefern Abfälle.
I. Der Schmelzofen liefert 23 289 kg Schmelzgut für das Draht
walzwerk; 100 kg des Schmelzgutes verursachen Mk. 31,02 Auf
wendungen (direkte für Löhne, Brennmaterial, Betriebsmaterial;
allgemeine Unkosten).
II. Das Walzwerk erhält 23 289 kg Rohmaterial und liefert:
16114 kg Walzgut mit Mk. 10 575,10 Walzkosten und 5 657 kg
= 35,3o/o Abfälle.
100 kg des Walzgutes kosten somit .... Mk. 65,60
auf je 100 kg des Walzgutes entfallen aber
35,3 kg Abfälle, die Mk. 31,02 für 100 kg
Schmelzkosten verursachten (I.). Die Kosten
(nicht der Materialwert!) für 35,3 kg sind deshalb
einzurechnen mit . ■ „ 10,95
Gesamtkosten für 100 kg Walzgut ohne Material
wert ... Mk. 76,55
III. Der Drahtzug empfängt 16114 kg Walzgut zur Weiter
verarbeitung. Er liefert:
Verschiedene Dimensionen 3132 kgmitMk. 3107^84
Bearbeitungskosten, 439 kg = 14°/o Abfall.
100 kg Draht kosten (ohne Materialwert) . . Mk. 99,18
14 kg des Abfalls zu Mk. 76,55 (II.) .... „ 10,72
100 kg des Produktes kosten insgesamt . . Mk. 109,90
Wenn die von auswärts bezogenen Rohstoffe zunächst einer
Umarbeitung unterzogen werden (z. B. Reinigung des Metalls, des
Kaolins), oder wenn das Rohmaterial im Betrieb selbst erzeugt wird,
so sind die Kosten dieser Prozesse als „Vorkosten“ zu behandeln.
Der Materialwert des Rohproduktes ist dann in gleicher Weise zu
berechne^ wie die Selbstkosten eines Fabrikates (vgl. S. 81).
Hat ein Betrieb die Wahl, reines oder ungereinigtes Material zu beziehen
und dieses im eigenen Betrieb zu reinigen, so wird für die Entscheidung die
Kentabilität in Frage kommen; z. B. bei Material von großem Gewicht, ob die
Frachtdifferenz gegenüber dem größeren Gewicht des ungereinigten Stoffes die
Kosten des Eeinigungsprozesses deckt, ob gereinigtes Material billiger zu stehen
kommt als der Bezug des ungereinigten, zuzüglich der höheren Transportkosten
und der Reinigungskosten u. ä.
Die Gesamtkosten sind auf die Ausbeute brauchbaren Materials
zu berechnen. Z. B. ein Hüttenwerk bezieht Roteisenstein mit 50o/o
Metallgehalt; Einkaufspreis Mk. 12,—, Fracht Mk. 4,20 die Tonne
frei Hütte. Die Tonne Erz kostet Mk. 16,20, 1 kg Eisen (— l°/o
Metallgehalt) demnach Mark 0,0324.
g) Besondere Rechnungsschwierigkeiten treten auf, wenn i n n e r-j
halb einer Gesamtproduktion verschiedene Quali-
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