Object: Wirtschaftlichkeitslehre

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Öffentlichte (1926). Die Gefahr der chömage (infolge der Rationali- 
sierung) wurde in Frankreich durch folgende Faktoren kompensiert: 
Die Inflation hielt die Löhne unter Weltpari, was die Betriebe zu 
einer gewissen Verschwendung in bezug auf die Arbeit verleitete; 
der starke Menschenverlust durch den Krieg hatte sogar einen 
Mangel an Arbeitskräften verursacht, so daß Frankreich zahlreiche 
ausländische Arbeiter beschäftigen muß (1927: 2:8 Millionen). Falls 
infolge der Rationalisierung Arbeiter frei werden, könnte man den 
Zuzug ausländischer Arbeiter beschränken, ja eine bestimmte Menge 
ausländischer Arbeiter repatriieren. Übrigens bestehe auch starker 
Bedarf der französischen Kolonien nach Arbeitskräften. Die Ratio- 
nalisierung vollziehe sich auch nicht so rasch, so daß genügend 
Zeit der Anpassung gegeben sei. Schließlich sei auch. die sehr 
schwache Bevölkerungszunahme in Rechnung zu stellen. 
13. Positive (innerbetriebliche) Mittel der sozialen 
Rationalisierung. 
Unfallverhütung; Fabrikspfleger. 
Wir beginnen diesen Abschnitt mit einer Maßregel, die unmittelbar 
den Arbeiter betrifft, für sein Leben und seine Gesundheit am 
wichtigsten ist: mit der Unfallverhütung, und beschließen den 
Abschnitt mit der Gewinn- und Kapitalbeteiligung, einer Ein- 
richtung, die geeignet ist, auf friedlichem Wege das Ideal des 
Sozialismus: die Mitunternehmerschaft der Arbeiter, zu verwirklichen, 
um daran Maßregeln paritätischer Instanzen zur Erhaltung des 
»sozialen Friedens« zu reihen. 
Die wirksame Unfallverhütung, weit wichtiger als eine noch so 
gute Unfallversicherung (für welche die zünftigen Sozialpolitiker und 
Versicherungsmathematiker fast allein Interesse haben), ist deshalb 
ain Gebot der Rationalisierung, weil sie das wertvollste Gut, über 
welches eine Volkswirtschaft verfügt: die menschliche Arbeitskraft, 
vor vorzeitigem Verluste oder Schmälerung bewahrt, also eine der 
schädlichsten Verlustquellen (wastes) verstopft. 
Einer der letzten Berichte über die Unfallversicherung in Österreich 
stellt fest, daß nur ein Viertel der Unfälle eigentliche maschinelle 
Unfälle waren, während die anderen in persönlichen Ursachen be- 
gründet waren. Zahl und Schwere der Unfälle sind eben abhängig 
von der Fähigkeit des Arbeiters, die Gefahr zu erkennen und sich
	        
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