Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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glieder  einzelner  oder  mehrerer  Verteilungsstellen.  Zur  Bewältigung
ihrer  großen  Werbetätigkeit  werden  die  Ausschußmitglieder  von  „V  e  xtrauensmännern"
  unterstützt,  die  auf  die  verschiedenen  Straßen
verteilt  sind.  Man  spricht  deshalb  auch  von  einem  Straßenvertrauensmännersystem. ­
  Ihre  besondere  Aufgabe  besteht  darin,  etwaige
Flugschriften,  Einladungen  usw.,  sowie  das  konsumgenossenschaftliche
Volksblatt  in  die  Wohnungen  der  Mitglieder  zu  besorgen  und  für  die
Konsumgenossenschaft  bei  dieser  Gelegenheit  zu  werben.
So  sind  in  den  großen  Vereinen  heute  Tausende  von  Menschen
damit  beschäftigt,  die  Idee  des  organisierten  Konsums  zu  verbreiten
und  die  einzelnen  Organisationen  zu  stärken.  Vor  allen  Dingen  verursacht ­
  dieser  Werbeapparat  verhältnismäßig  wenig  Kosten.  In  den
Satzungen  des  Mitgliederausschusses  der  „Produktion"  in  Hamburg
als  derjenigen  Genossenschaft,  die  den  Mitgliederausschuß  mit  zuerst
einführte,  heißt  es  in  bezug  auf  diese  Frage:  „Die.Ausschußmitglieder
versehen  ihre  Funktionen  ehrenamtlich.  Zeitversänmnisse,  Auslagen
und  Sitzungen  werden  vergütet."  Aehnlich  lauten  die  Bestimmungen  in
anderen  Vereinen.  In  dem  Statutenentwurf  des  Zentralverbandes
heißt  es  allerdings:  „Die  Mitglieder  des  Genossenschaftsrats  erhalten
für  ihre  Mühewaltung  eine  von  der  Generalversammlung  der  Genossenschaft ­
  zu  bestimmende  Vergütung  und  die  notwendigen  baren
Auslagen  erstattet".
Eigentlich  sollte  man  sagen,  daß  das  Konsumgenossenschaftswesen
  zu  seiner  Ausbreitung  keines  so  großen  Werbeapparates  bedürfe. ­
  Eine  Konsumentenorganisation  kann  immer  nur  das  Beste
der  Konsumenten  wollen.  Qualität  und  Preise  der  Verteilungsgüter
in  den  Konsumgenossenschaften  allein  sollten  „Reklame"  genug  sein.
Es  ist  bei  Beurteilung  dieser  Frage  zu  berücksichtigen,  daß  die  gegnerische ­
  Tätigkeit  der  Mittelstandspolitiker  einen  Teil  der  konsumgenossenschaftlichen ­
  Werbetätigkeit  lahmlegt.  Ueberall  sind  die  Gegner
der  Konsumgenossenschaften  am  Werke:  in  den  Parlamenten,  Stadtratssitzungen,
  Mittelstandstagungen,  in  der  Presse,  überall,  wo  innere
Politik  getrieben  wird.  Die  gegnerische  Tätigkeit  kann  allerdings
auch  ihren  Zweck  verfehlen;  das  ist  natürlich  dann  der  Fall,  wenn,  wie
es  geschieht,  öffentlich  argumentiert  wird:  „Die  Konsumvereine  haben
keine  Existenzberechtigung,  denn  in  ihren  „Verkaufsläden"  sind  die
Unkosten  bedeutend  niedriger  als  in  einer  ihrem  Umsatz  entsprechenden
Zahl  von  Privatgeschäften.  Dadurch  wird  eine  Reihe  von  Produzenten ­
  um  ihre  Lieferungen  gebracht."  Eine  mehr  vorteilhafte  als
nachteilige  Wirkung  für  die  Konsumvereine  hat  es  auch,  wenn  der
Verband  der  Rabattsparvereine  folgendes  Preisausschreiben  erläßt:
            
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