— 123 —
bei der Beschaffung, sondern auch bei der Verteilung. So erfordert
z. B. die Verteilung frischen Fleisches besondere Einrichtungen (separate
Abgabestellen, Kühlanlagen usw.); auch Butter und Fische
sind schwer zu behandelnde Artikel, die gern zu Reklamationen Anlaß
geben. Ferner wird in den Geschäftsberichten immer wieder auf die
Schwierigkeiten der Vermittlung und besonders der Verteilung von
Gemüse, Kartoffeln, Kohlen, Milch und feinen Bäckereiprodukten hingewiesen,
worauf ich noch an anderer Stelle zurückkomme?) Außenstehende
sagen, daß die genannten Artikel sich der Schematisierung
der konsumgenossenschaftlichen Gütervermittlung nicht anpassen.
Eine Schematisierung muß aber durchaus nicht mit der konsumgenossenschaftlichen
Gütervermittlung verbunden sein. M. E. wird die Anpassung
an Einzelfälle auch in der Konsumgenossenschaft mit steigender
Entwicklung immer mehr ermöglicht. Den größten unter
den Konsumvereinen ist heute schon kein Gebiet mehr
fremd.
VI. Zentrallager und verteilungsstellen.
Zur Verteilung der Güter haben die Konsumgenossenschaften
Verteilungs st eilen errichtet, welche von einem zentral liegenden
Lager, dem Zentrallager, aus bedient werden. In kleinen
Orten lohnt es sich meist nicht, mehr als eine oder zwei Verteilungsstellen
zu errichten. Hier ist ein Zentrallager, selbst wenn es sich
um drei oder vier Verteilungsstellen handelt, nicht nötig. Die größte
der Verteilungsstellen nimmt die ankommenden Verteilungsgüter in
Empfang und verteilt sie an die andern. Zum Teil läßt man die
Güter auch den Verteilungsstellen direkt zugehen. Ein kleiner
Hinterraum der Abgabestelle, welcher sonst vielleicht gar keine Ausnutzung
finden würde, wird dann zur Aufspeicherung der Verteilungsgüter
benutzt.
In größeren Orten aber vermehren sich die Verteilungsstellen mit
großer Schnelligkeit. Ein großzügig eingerichtetes Zentrallager wird
hier zur Notwendigkeit. Einige Vereine haben mehrere Zentrallager.
Die Ursache dafür kann darin liegen, daß das Ausbreitungsgebiet
ziemlich ausgedehnt ist, was die Bedienung von einem Zentrallager
aus erschwert. Ein anderer Grund kann der sein, daß ein Konsum-Verein
Bedarfsgüter verschiedener Branchen führt, was z. B. zur
Errichtung eines Zentrallagers für Lebens- und Genußmittel und
eines anderen für Bekleidungsgegenstände führen kann. Hier könnte
s) Siehe Seite 167 ff.