Contents: Nationale Bodenreform

Papier befinde. Heute mache der Stempel das Geld, nicht 
die Substanz, auf der er sich befindet. Das Goldgeld sei 
überflüssig. Die Goldbassis für unser Papiergeld sei aber 
außerordentlich zweckmäßig. Das Papiergeld erfülle 
innerhalb einer Volksgemeinschaft seinen Zweck. Es ver- 
sage aber im internationalem Verkehr, und da müsse jedes 
Volk ein Betriebkapital haben in einer Form, durch die 
jeder Nachbar sofort befriedigt werden könne. Der Edel- 
metallbestand in den Banken sei dieses Betriebkapital 
in der zweckentsprechendsten Form. Ob damit die. Ent- 
wicklung unseres Geldwesens abgeschlossen sein werde, be- 
zweifelte er, denn es sei durchaus ein Zustand denkbar, 
daß auch das Papiergeld entthront und der gesamte Geld- 
verkehr dadurch erledigt werde, daß eine B u c< u n g ge- 
macht werde.) 
Ich will nicht entscheiden, wer Recht hat, weil meine 
Erfahrungen auf dem Gebiete des internationalen Gü- 
teraustausches nicht an die von Männern wie Flürscheim 
uder Pohlman heranreichen. Es scheint mir aber, daß 
eine Frage von beiden übergangen worden ist, nämlich 
die, ob große Bank- und andere Kredite nicht für jeden 
Schuldner gefährlich sind, gleichviel ob er in Gold oder 
Papiergeld zahlen soll. Grundstücke, Maschinen, Waren 
oder Außenstände sind noch lange kein Geld. Wenn der 
Schuldner nichts anderes hat, wird er auf jeden Fall in 
der Hand seiner Gläubiger sein. Flürscheim und Pohlman 
haben das leider sehr verbreitete arbeiten mit geborgten 
Geldern viel zu sehr als notwendig vorausgesetzt. Für 
mich ist die dadurch begünstigte Ausdehnung der Betriebe 
weit über die eigenen Mittel hinaus ungesund, und ich 
habe mich in dem Unternehmen, das ich seit mehr als 50 
Jahren leite, davon frei zu halten versucht. Von mir 
werden Hypotheken- und Bank- oder Warenkredite nur 
Vi ?) Po hm an, Adolf, Die Grundbegriffe der Volkswirtschaft. Leipzig 1916. 
119
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.