Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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Die  Verteilung  von  Bäckereiprodukten.  Alle  größeren ­
  Konsumgenossenschaften  vermitteln  ihren  Mitgliedern  heute
Brot,  sehr  viele  auch  andere  Bäckereiprodukte.  Das  „Vereinsbrot",
welches  die  Konsumvereine  in  ihren  großartig  angelegten  Bäckereien
Herstellen,  ist  allgemein  beliebt.  Sogar  Nichtmitglieder  suchen  es
sich  durch  befreundete  Familien,  die  Mitglied  des  Konsumvereins  sind,
zu  beschaffen.  Es  werden  Umsätze  von  zirka  150  Mark  pro  Mitglied
erreicht;  die  meisten  Vereine  erzielen  allerdings  geringere  Umsätze.
Im  Durchschnitt  kann  man  100  Mark  pro  Mitglied  und  Jahr
rechnend)
Einige  Schwierigkeiten  hat  es  mit  der  Verteilung  von  kleinem
Weißgebäck  und  Konditoreisachen,  eine  Folge  des  zentralisierten
Produktionssystems  der  Konsumgenossenschaften.  Die  großen  Entfernungen, ­
  die  zu  überwinden  sind,  verursachen  hohe  Transportkosten.
Außerdeni  gilt  es,  die  Bäckereiprodukte  frisch  und  in  gutem  Zustande
zur  Verteilung  zu  bringen,  was  durch  den  weiten  Transport  erschwert
wird.  Vielleicht  dürfte  eine  neuerliche  Erfindung  für  Frischhaltung
von  Gebäck  —  vor  einiger  Zeit  war  die  Rede  davon  in  den  Zeitungen ­
  —  diese  Schwierigkeiten  überwinden  helfen.
Besonders  ist  es  aus  obigen  Gründen  schwierig,  die  Hauslieferung ­
  zu  organisieren.  Es  bedarf  einer  vorzüglichen  Organisation,
wenn  Bäckereiprodukte  den  Mitgliedern  in  die  Wohnung  getragen
werden  sollen.  Dieses  Austragen  ist  verhältnismäßig  teuer  und
verschlingt  häufig  den  gegenüber  dem  Brotgeschäft  etwas  günstigeren
Bruttoertrag.  Dieser  Umstand  hat  dahin  geführt,  daß  etliche  große
Konsumvereine  von  der  Weißbrotlieferung  außerhalb  der  Verteilungsstellen ­
  abgesehen  haben?)
Wo  Hauslieferung  nicht  besteht,  geschieht  die  Abgabe  von  Bäkkereiprodukten
  in  den  allgemeinen  oder  in  Spezialverteilung ­
  s  st  e  l  l  e  n.  So  hatte  die  „Produktion"  in  Hamburg  nach  dem
Geschäftsbericht  für  1912/13  allein  45  besondere  Brotabgabestellen.
Wo  Konditoreisacheu  zur  Verteilung  gelangen,  sind  besondere  Verteilungsstellen ­
  eine  Notwendigkeit.
Die  Verteilung  von  Kartoffeln  und  Brennmaterialien. ­
  Die  Vermittlung  dieser  in  Deutschland  so  wichtigen
Güter  macht  den  Konsumgenossenschaften  relativ  große  Schwierig?
keiten.  „Eines  der  undankbarsten  Geschäfte  ist  das  Kartoffelgeschäft,
daß  der  Basler  Konsumverein  alle  Schichten  der  Bevölkerung  umfaßt.  Auch
entnehmen  Wohl  Bäcker  usw.  ihre  Milch  im  Verein.
6 )  Adolf  Rupprecht,  a.  a.  O.  S.  88.
0  Adolf  Rupprecht,  a.  a.  O.  S.  122.
            
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