Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

185

Artikel  fuhren,  die  in  den  Güterkreis  der  Konsumvereine  fallen.  Eine
strenge  Kontrolle  ist  da  am  Platze.  Hier  hat  der  Mitgliederausschuß")
  ein  reiches  Arbeitsfeld  nicht  allein  in  bezug  auf  die
Kontrolle,  sondern  auch  in  bezug  auf  die  Zulassung  von  Geschäften
zum  Lieferantenverkehr.  Damit  würde  vielleicht  erreicht  werden,
daß  es  überall  berechtigt  ist  zu  sagen,  wie  es  schon  heute  geschieht:
Das  Vertragsverhältnis  der  Konsumvereine  zu  einem  Lieferanten
spricht  für  die  Reellität  seines  Geschäfts.
Wie  mir  gesagt  wurde,  soll  es  auch  häufig  vorkommen,  daß  der
Lieferant  dem  bei  ihm  kaufenden  Mitglieds  empfiehlt,  sich  den  Rabatt
gleich  in  bar  auszahlen  zu  lassen,  um  so  die  Bezahlung  der  Vermittlungsgebühr ­
  an  den  Konsumverein  zu  umgehen.  Zu  demselben
Zwecke  sollen  manche  Lieferanten  geneigt  sein,  die  Marken  von  den
Mitgliedern  wieder  zurückzukaufen.  Schließlich  soll  es  vorkommen, ­
  daß  den  Lieferanten  die  Marken  häufig  ausgehen,  um  so
irgendeinen  Vorteil  herausschlagen  zu  können.
Angesichts  dieser  Mängel  wurde  auf  einer  Versammlung  der
Funktionär  e*°)  des  Z  e  n  t  r  a  l  v  e  r  b  a  n  d  e  s  in  Eisenach  im
Jahre  1908  folgende  Resolution  angenommen:
„Das  sogenannte  L  i«  f  e  r  a  n  t  e  n  g  e  sch  ä  f  t  (Rabattverkehr)  der  Konsumgenossenschaften ­
  ist  bei  fast  allen  diesen  Genossenschaften  infolge  der  von
den  Lieferanten  vielfach  geübten  Gepflogenheit,  sich  für  den  gewährten  Rabatt
durch  geringe  Warenqualität  oder  knappes  Gewicht  schadlos  zu  halten,  eine
Quelle  beständiger  Differenzen  zwischen  den  Genossenschaftsmitgliedern  und
Lieferanten  und  damit  die  Ursache  von  vielen  recht  unerquicklichen  Beschwerden
geworden,  wodurch  die  gute  Eintracht  der  Genossenschaftsmitglieder  gestört
und  die  genossenschaftliche  Hingebung  und  Treue  öfters  sehr  erschwert  wird.
Aus  diesen  Gründen  hält  die  Konferenz  der  Verbandsfunktionäre  eine  planmäßige ­
  Entwicklung  des  Lieferantenverkehrs  grundsätzlich  als  ungeeignet  und
undienlich  für  die  Konsumgenossenschaften.
Die  Konferenz  empfiehlt  deshalb  den  Verbandsgenossenschaften,  darauf
bedacht  zu  sein,  den  Vertrieb  der  von  den  Mitgliedern  benötigten  Massenbedarfsartikel ­
  soweit  wie  möglich  im  eigenen  Betriebe  aufzunehmen."
Es  wird  dann  im  weiteren  auf  die  Kehrseite,  d.  h.  auf  die
Schwierigkeiten  für  die  Konsumvereine,  hingewiesen,  andere  als
„Kolonial-  und  Materialwaren"  zn  führen,  speziell  für  die  kleinen
Vereine.  Dementsprechend  heißt  es  am  Schluß  der  Resolution:
„Falls  in  mittleren  und  kleineren  Genossenschaften  mit  geringem  Umsätze
und  nicht  sehr  reichlichem  Betriebskapital  die  Mitglieder  des  genossenschaftlichen

14 )  Siehe  S.  95  u.  177.
16 )  Darunter  sind  sämtliche  Personen  zn  verstehen,  die  in  der  Organisation ­
  des  Zentralverbandes,  seiner  Revisionsverbände  und  der  Großeinkaufs-Gesellschaft
  eine  leitende  Funktion  haben.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.