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direkt oder indirekt dem Konsumenten zugute. Von seinem Standpunkt
aus ist die konsumgenossenschastliche Gütervermittlung die vorteilhafteste.
Sie allein schützt ihn vor Fälschung, unrichtigem Gewicht
und jeder anderen Uebervorteilung; die Konsumgenossenschaft hat das
größte Interesse daran, die Willkür der Produzenten, wie sie besonders
in den Kartellen zum Ausdruck kommt, einzudämmen. Vor
allen Dingen kann sie niemals selbst eine den Konsumenten ungünstige
Preispolitik treiben; dagegen wäre eine Preiskonvention der
Filialbetriebe nicht ausgeschlossen. Die Konsumgenossenschaft vermittelt
nur dort, wo Bedarf ist; die Konsumgenossenschaft verschwendet
auch niemals ihre Kräfte, sie vertritt damit die Interessen der
gesamten Volkswirtschaft; die Begriffe privatökonomisch und sozialökonomisch
fallen bei ihr zusammen. In der konsumgenossenschaftlichen
Gütervermittlung ist und geschieht alles, wie der Konsument
es will und wie weit er die Kosten dafür tragen will: einfach und
vornehm,, bequem und weniger bequem, luxuriös und dürftig; nur
wo die vernünftigen Grenzen nach oben oder unten überschritten
werden, sucht eine uneigennützige Verwaltung den Konsumenten zu
etwas besserem zu erziehen. Wo die Verwaltung dabei noch von
Sachverständigen für Hygiene usw. unterstützt würde, wäre die konsumgenossenschaftliche
Gütervermittlung vollkommen. Damit wäre
„der letzte einzige Zweck alles Wirtschaftens, die vernünftige Befriedigung
aller gesunden Bedürfnisse des Volkes"^) erreicht.
Trotz dieser Vorteile muß die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung
aber nicht unbedingt Sieger im Konkurrenzkämpfe mit
dem kapitalistischen Warenvertrieb bleiben. Hirsch führt an, daß
die Verfügungs- und Handlungsfreiheit der leitenden
Personen in der Konsumgenossenschaft geringer sei als in den privaten
Betrieben. Wir sahen schon früher, daß die Handlungsfreiheit des konsumgenossenschaftlichen
Einkäufers eine sehr weitgehende ist. Wollte
man auch ursprünglich die Rechte des Einkäufers stark einschränken, so
mußte man doch allmählich, wollte man nicht zurückbleiben, ihm
eine immer größere Handlungsfreiheit gewähren. Heute steht wohl
deni konsumgenossenschaftlichen Einkäufer nichts mehr im Wege,
ebensogut Konjunkturen auszunutzen wie sein kapitalistischer Kols)
Benno Jaroslaw, „Normative Warenkunde" in Schröters Zeitschrift
„Der Kaufmann und das Leben" S. 46, Die interessanten Ausführungen
in diesem Artikel, wo der Verfasser der heutigen deskriptiven Warenkunde
die normative Warenkunde, das was sein soll, gegenüberstellt, werden
nicht in Beziehung zur konsumgenossenschaftlichen Gütervermittlung gebracht;
die aufgestellten Forderungen wären aber dort am leichtesten durchführbar.