Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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von  idealen  Gesichtspunkten  leiten  ließen,  indem  sie  eine  möglichst  enge
Verbindung  von  Produzent  und  Konsument  im  allgemeinen  sozialen
Interesse  erstrebten,  sie  auch  eine  innere  Homogenität  schaffen  würden, ­
  die  ein  Zusammenarbeiten,  wie  es  die  Konsumgenossenschaften  oft
versucht  haben,  gestatten  würde.
Wie  man  heute  in  dieser  Frage  auf  beiden  Seiten  denkt  und  tut,
lassen  die  Worte  von  Heinrich  K  a  u  f  m  a  n  n  aus  dem  letzten  Internationalen ­
  Genossenschaftskongreß  in  Glasgow  erkennen.  Kaufmann  sagte
bei  dieser  Gelegenheit  u.  a.,  daß  man  heute  noch  nicht  darüber  urteilen
könne,  ob  cs  wünschenswert  sei  und  ob  es  gelingen  werde,  einen  „organisatorisch ­
  genossenschaftlichen  Güterverkehr  durch  Preisfestsetzungen  und
Kaufverträge"  zwischen  landwirtschaftlichen  Produktivgenossenschaften
und  Konsumgenossenschaften  —  „etwa  nach  Art  der  Reichstarifverträge
zwischen  Arbeitgeber  und  Arbeitnehmer"  —  zu  schaffen.  „Vorläufig
scheint  bei  den  konsumgenossenschaftlichen  Organisationen  eine  größere
Neigung  vorhanden  zu  sein,  Versuche  in  der  Richtung  der  konsumgenossenschaftlichen ­
  Eigenproduktion  landwirtschaftlicher  Produkte  zu
machen.  Auch  die  landwirtschaftlichen  Genossenschaften  —  wenigstens
in  Deutschland,  wo  allerdings  auch  politische  Gründe  mitsprechen  dürften ­
  —  scheinen  auf  den  direkten  Verkauf  ihrer  Produkte  an  industrielle
Konsumgenossenschaften  und  deren  Großeinkaufsgesellschaften  kein  besonderes ­
  Gewicht  zu  legen."
An  einer  andern  Stelle")  sagt  Kaufmann  von  den  Bezügen
der  dem  Zentralverbande  angegliederten  Konsumvereine  von  landwirtschaftlichen ­
  Genossenschaften  und  Landwirten,  daß  überall  „das
Bestreben  vorhanden  ist,  den  direkten  Geschäftsverkehr  mit  landwirtschaftlichen ­
  Genossenschaften  und  Landwirten  zu  pflegen.  Es  kann
jedoch  nicht  behauptet  werden,  daß  überall  systematisch  in  dieser  Beziehung ­
  gearbeitet  wurde.  Wir  stehen  vor  den  ersten  Anfängen  einer
Entwicklung,  die  aus  einer  großen  Fülle  von  Einzelerscheinungen
besteht.  Es  sind  vielfach  nur  die  ersten  tastenden  Versuche  sowohl  bei
den  Konsumgenossenschaften,  als  auch  bei  den  landwirtschaftlichen  Genossenschaften ­
  und  Landwirten  vorhanden,  miteinander  in  direkte  Geschäftsverbindung ­
  zu  kommen.  Es  unterliegt  keinem  Zweifel,  daß  sich
aus  diesen  Versuchen  mehr  und  mehr  gefestigte  Verhältnisse  entwickeln
werden,  die  es  leichter  machen,  zu  einem  abschließenden  Urteil  zu  gelangen, ­
  als  es  heute  der  Fall  ist."
In  E  n  g  l  a  n  d  ist  der  Verkehr  mit  landwirtschaftlichen  Genossenschaften ­
  sehr  stark  ausgedehnt,  speziell  auch  mit  dänischen  Genossen-")

  Jahresbericht  des  Zentralverbandes  für  das  Jahr  1913,  S.  23.
            
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