Contents: Aktive Währungspolitik

5 Gesell-Frankfurt 
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Das Rekchsgeldamt. 
Von seiner Privatwirtschaft betrachtet, wird Schuster von einer schweren, 
ruinösen Baisse sprechen. 
Suchen wir nun aus der Summe dieser privatwirtschastlichen, sich viel 
fach widersprechenden Ermittelungen das Währungselement, das volkswirt 
schaftliche Fazit herauszuschälen: 
Zusammenstellung 
r 
Stadt Aachen 
auf Mk. 
Gewinn 
Verlust 
1. Kaufmann Müller . . . 
28 670 
1 090 
— 
2. Landwirt Schulze . . . 
14100 
— 
650 
3. Grubenbesitzer Schmidt . . 
. 200 000 
20 000 
4. Gießereibesitzer Schuster 
38 000 
— 
8 100 
5. Tischlermeister A ... . 
25 000 
550 
— 
6. Nabelfabrikant B . . . . 
. 140000 
12 000 
— 
7. Tuchfabrikant C . . . . 
. 240 000 
— 
16700 
8. Drogenhändler D . . . . 
. 150000 
7000 
— 
9. Kaffechändler E . . . . 
. 300 000 
— 
25 0 00 
10. Gerbereibesitzer F . , . . 
. 170 000 
— 
15000 
usw. 
1 305 770 
40 640 
65 450 
Gesamtgewinne . , 
Mk. 40.640 
Gesamtvcrluste . . 
- 65.450 
Durchschnitts-Verlust 
, 24.810 
oder 2 proz. von 
O 
p 
Nach dieser Rechnung standen die Preise im Durchschnitt um 27° zu 
niedrig. Das Angebot des Geldes war im Verhältnis zum Angebot der 
Waren zu gering, darum fielen die Preise in Durchschnitt um 27°. Will 
man nun die Preise um 2°/» heben, so muß mehr Geld in Umlauf gebracht 
werden. Wie viel dazu nötig ist, kann nur die Erfahrung zeigen. Man 
vermehrt den Geldumlauf und hört auf, wenn eine neue Messung zeigt, daß 
die Preise die gewünschte Höhe erreicht haben. Und umgekehrt natürlich, 
falls die Preise gestiegen wären. 
Nota. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß es sich hier nur um Inventur 
gewinn und -Verluste, nicht um Betriebsverluste, nicht um die Dividenden der Aktiengesell 
schaften handelt. Diese Dividenden geben keinerlei Anhaltspunkt für die Währung, ebensowenig, 
wie die Erträgnisse der Produktionsmittel, Häuser,Land, Eisenbahnen usw.,-denn hier handelt es 
sich überall um Zins oder Rente, nicht um preise. 
Da in der Regel die Gewerbetreibenden nur jährlich einmal Inventur 
machen, so könnte init dieser Methode der preis des Geldes auch nur ein 
mal im Jahre ermittelt werden. Für heutige Verhältnisse wäre das unge 
nügend, da bei der Unregelmäßigkeit im Geldangebot die preise innerhalb 
eines Jahres sehr großen Schwankungen unterworfen sind. Ein Jahr ist für 
heutige Verhältnisse eine lange Frist. Man denke an den Preissturz nach Aus 
bruch der Krise in Nord-Amerika.
	        
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