Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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G.  E.  (S.  Gelegenheit  zur  Kritik  gegeben.  Die  G.  E.  G.  sucht  dann
Abhilfe  zu  schaffen.  Das  geschieht  bei  der  Seifenfabrikation  z.  B.  in
der  Weise,  daß  man  eine  zweite  Seifenfabrik  in  Düsseldorf  errichtet.
Von  dort  aus  sind  natürlich  die  Transportkosten  zn  Wasser  nach
Südwestdeutschland  sehr  gering;  man  dürfte  in  Zukunft  in  Südwestdeutschland ­
  trotz  der  höheren  Löhne  konkurrieren  können,  vorausgesetzt
natürlich,  daß  das  junge  Unternehmen  voll  ausgenutzt  werden  kann.
Da  den  einzelnen  Vereinen  die  Tagesordnung  der  Einkaufstage
vorher  bekanntgegeben  wird/')  so  sind  die  Delegierten  ziemlich  genau
orientiert,  und  der  Einkauf  kann  schnell  vor  sich  gehen.  Auf  einem
Einkaufstage  der  Badisch-Pfälzischen  Einkaufsvereinigung,  zu  dem
man  mich  in  entgegenkommender  Weise  zugelassen  hatte,  war  der  geschäftliche ­
  Teil  in  Zeit  von  zwei  Stunden  erledigt.  In  dieser  Zeit
waren  die  Mitglieder  der  Einkaufsvereinigung  —  18  Vereine  waren
vertreten  -  von  unparteischer  Seite  über  die  Geschäftslage  genau
orientiert  worden  und  hatten  folgende  Mengen  an  Waren  bestellt:
430  Sack  Hülsenfrüchte,  35  Kisten  Pflaumen,  57  Kisten  Limburger  Käse,
18  Laib  Emmentaler  Käse,  4850  kg  Pfanzenbntter,  9000  kg  Kaffeesurrogate,
11000  Dosen  Schuhcreme,  5000  kg  Grünkern,  8700  Ztr.  Zucker,  150  Ztr.
Schmalz,  800  Ztr.  Mühlenfabrikate,  18  Kisten  Herobohnen,  73  Ztr.  Röstkaffee,
2900  Ztr.  Seife,  5000  Stück  Scheuertücher  n.  a.  nt.,  im  ganzen  für  über
300  000  Mark  Waren.
Man  sieht,  welche  ungeheure  Kostenersparnis  dies  gegenüber  dem
dezentralisierten  Einkauf  der  Erwerbsgeschäfte  bedeutet.  Wieviel
Reisende  und  wieviel  Reklame  ivärc  nötig,  um  für  300  000  Mark
Kolonialwaren  an  Kleinhändler  abzusetzen?  Hoffentlich  trägt  die
Konkurrenz  der  Konsumvereine  dazu  bei,  die  Kleinhändler  einander
etwas  näher  zu  bringen,  damit  es  ihnen  möglich  ist,  nicht  allein  auf
dieselbe  Weise,  sondern  auch  im  gleichen  Rahmen  ihre  Einkäufe  zu
machen.
Wir  haben  so  schon  eine  Reihe  von  Vorteilen  der  Einkaufsvereinigungen ­
  und  Einkaufstage  der  Konsumvereine  kennen  gelernt.
Die  gegenseitige  Aussprache  kann  man  nicht  hoch  genug  einschätzen.
Lieferant  sowohl  wie  Kunde  ziehen  Vorteil  daraus.  Die  genaue
Orientierung  über  die  Geschäftslage  kommt  besonders  den  kleinen
Konsumvereinen  zugute.  Wie  ich  schon  andeutete,  schließen  sie  sich
in  ihrem  Tun  und  Lassen  den  großen  Brudervereinen  an.
Merkwürdig  ist  es,  daß  die  kleinen  Vereine,  obwohl  sie  am
meisten  auf  den  Einkaufstagen  profitieren,  doch  am  wenigsten  an  ihnen
teilnehmen.  Zum  Teil  wird  das  daran  liegen,  daß  ihre  Geschäfts-27

 )  Dies  geschieht  durch  die  Großeinkaufsgesellschaft  unentgeltlich  im
„Warenbericht"  auf  Veranlassung  des  Einkaufsleiters.
            
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