Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

73

von  recht  großen  Abmessungen  mit  einer  Fülle  von  Schautischen  und
Schauschränken.  Er  hat  im  Grunde  den  Charakter  einer  kleinen  Lebensmittelbörse. ­
  Die  Vertreter  der  einzelnen  Abteilungen  haben  am  Einkaufstage, ­
  das  ist  am  Dienstag,  ihre  festen  Tische  inne,  wo  sie  die
Aufträge  entgegennehmen.  Die  Einkäufer,  das  sind  die  Abteilungsvorsteher ­
  der  einzelnen  Konsumvereine,  bewegen  sich  im  Raume,  sehen
nach  den  Mustern,  die  sie  interessieren,  und  nach  den  Preisen  und
geben  ihre  Aufträge.  Aehnlich  ist  es  in  den  'anderen  Abteilungen.
Vertreter  der  0.  W.  8.-Fabriken  sind  ebenfalls  anwesend,  um  über
Spezialwünsche  und  Spezialaufträge  Aufschluß  geben  zu  können.
Gleichzeitig  geht  draußen  auf  der  Straße  der  Einkauf  von  privaten
Firmen  vor  sich.  Etwa  150  Agenten  machen  dort  den  Einkäufern
ihre  Offerten.
Was  sich  in  Manchester  abspielt,  ereignet  sich  auch  jeden  Tag  in
Newcastle  und  London,  wo  die  englische  Großeinkaufsgesellschaft  riesige
Zweiglager  hat.  Außerdem  hat  die  0.  W.  8.  noch  in  einigem
Städten  Verkaufsräume,  mit  denen  aber  kein  Lager  verbunden  ist.
Die  kleineren  Vereine  kaufen  dort  nach  Mustern,  während  die  größeren
Vereine  ohne  Rücksicht  auf  die  Spesen  persönlich  in  Manchester  oder
direkt  in  den  Fabriken  der  0.  W.  8.  kaufen.  Außerdem  beschäftigt  die
6.  W.  8.  eine  ganze  Reihe  von  Reisenden,  die  das  Land  besuchen.
Infolge  der  geringen  Entfernungen  ist  es  also  den  Einkäufern
der  englischen  Konsumvereine  möglich,  einen  großen  Teil  der  Aufträge ­
  persönlich  in  der  Zentrale  zu  übergeben,  was  nicht  unbedeutende
Vorteile  mit  sich  bringt,  auf  die  der  Deutsche  in  der  Regel  verzichten ­
  muß.
IV.  Die  Eigenproduktion  der  Konsumvereine.
Die  Konsumgenossenschaften  würden  wenig  konsequent  sein,  wenn
sie  sich  als  Aufgabe  gestellt  hätten,  nur  den  Handel  zu  ersetzen
und  nicht  auch  die  Produktion  an  sich  zu  reißen.  Die  Eigenproduktion ­
  der  deutschen  Konsumvereine,  obgleich  noch  in  den  Anfangsstadien, ­
  hat  schon  nennenswerte  Zahlen  auszuweisen.  Der  Gesamtumsatz ­
  der  deutschen  Konsumgenossenschaften  im  Jahre  1913  betrug
664  Millionen  Mark,  davon  entfielen  auf  die  Eigenproduktion
113  Millionen  Mark.  Im  Jahre  1909  betrug  der  Umsatz  in  der
Eigenproduktion  erst  die  Hälfte  dieser  Summe.  Die  Konsumvereine
des  Zentralverbandes  hatten  allein  im  Jahre  1913  einen
Umsatz  von  100  Millionen  Mark  in  den  Artikeln  der  Eigenproduktion
—  21,2  Proz.  des  Gesamtumsatzes.^)

x )  Vgl.  Tabelle  am  Schlüsse  des  Buches.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.