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durch dir Errichtung von Zweiglagern boten sich den kleinen
Konsumvereinen eine Menge von Vorteilen, die sie zum direkten Einkauf
veranlaßten.
2. Tie Selbständigkeit von vielen kleinen Vereinen wurde aufgehoben.
Sie wurden zu bloßen Verteilungsstellen der großen Vereine.
Damit entstanden die sogenannten Bezirkskonsumvereine,
deren charakteristisches Merkmal die über das eigentliche Ortsgebiet
hinausgehende Gebietserweiterung ist.
Die Ursache für den Güterbezug von anderen Konsumvereinen
liegt auch heute noch zum Teil in der verschiedenen Leist
u n g s f ä h i g k e i t der Vereine. Das kommt z. B. darin zum Ausdruck,
daß kleinere Vereine ihre Bäckereiprodukte von benachbarten
größeren Vereinen beziehen, die eine eigene Bäckerei haben. In diesem
Falle werden die Bedarfsgüter zum Selbstkostenpreise oder mit einem
sehr kleinen Gewinn abgegeben. Als Beispiel dafür möge dienen,
daß der Konsumverein Ludwigshafen, der Bäckereiprodukte an die
Konsumgenossenschaften Frankental, Lamprecht und Pirmasens abgibt,
seine Preise für diese Vereine rund 10 o/o niedriger stellt als die allgemeinen
Abgabepreise für Mitglieder. Die Koilsumgenossenschaft „Befreiung"
in Elberfeld liefert Bäckereiprodukte an die „Solidarität"
in Ohligs und gewährt auf die allgemeinen Abgabepreise, die sich mit
7 o/o Rückvergütung verstehen 18 o/o Rabatt.-) Von einem andern
Verein hörte ich, daß er 16 o/o Rabatt gewährt. Wenn also auf die
allgemein schon niedrig gehaltenen Abgabepreise für Mitglieder den
kleineren Konsumgenossenschaften noch ein hoher Rabatt gewährt wird,
so muß der Gewinn für die Vereine äußerst niedrig bemessen sein
oder ganz fortfallen.
Aehnlich wie bei Brot liegt der Fall bei Fleisch im Basler Konsumverein.
Dieser Verein hat die Lieferung von Fleisch und Fleischereiprodukten
— wenigstens bis zum vorigen Jahre — für eine Reihe
von Konsumvereinen übernommen und zwar zum S e l b st k ostenpreise
(also einschließlich aller Spesen). Die Basler Konsumgenossenschaft
unterstützt diese Vereine sogar bei der Auswahl einer ge-2)
Die Expedition nach Ohligs geschieht in der Weise, daß der Elberfelder
Verein einen Eisenbahnwagen mietet, der ausschließlich von Elberfeld
nach Ohligs und zurückgeht. An Miete für diesen Wagen werden täglich
3 Mark bezahlt. Die Spesen für Fracht und Miete werden vom Lieferanten
und Kunden gemeinsam getragen. Der Brotwagen geht abends um 8 Uhr
nach Ohligs ab, wo er während der Nacht eintrifft, und morgens zur Ausladung
gelangt. — Inzwischen ist der Verein in Ohligs zur Eigenproduktion
von Brot übergegangen.