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am kleinsten, es folgt die Kabelindustrie, dann die gemischte Elektrizitätsindustrie und die Elektrizitäts
maschinenindustrie. Dieselbe Reihenfolge zeigen die elektrotechnischen Industrien in der Größe des
Verhältnisses des dauernd verfügbaren Kapitals zum Gesamtanlagfevermögen.
Bei den bisher aus der Betrachtung ausgeschiedenen Gesellschaften für Elektrizitätserzeugung
zeigen beide Arten zunächst dieselben, wenn auch dem Grade nach verschiedenen, Abweichungen
in der Zusammensetzung des Kapitals, und zwar in dem Anteil der langfristigen Schulden, der hier
eine bei keiner anderen Industrie erreichte Höhe hat; ferner zeigen die reinen Elektrizitätswerke
das höchste produzierende Anlagevermögen im Verhältnis zum produzierenden Vermögen, während
die Elektrizitätserzeugungs- und Finanzierungsgesellschaften sich durch den das produzierende Vermögen
übersteigenden Anteil der Wertpapiere und Beteiligungen und durch die niedrigsten Abschreibungen
auszeichhen. Bei letzteren ist auf ihre Eigenschaft als Finanzierungsunternehmen die von den reinen
Elektrizitätswerken so erheblich abweichende Höhe des Betriebsvermögens zurückzuführen; aus dem
gleichen Grunde erklärt sich sowohl der verschiedene Anteil der Vorräte und der Unterschied der
Abschreibungen, als auch die ungleiche Höhe der Liquidität und des Verhältnisses des dauernd
verfügbaren Kapitals zum Gesamtanlagevermögen. Dies Verhältnis und die Liquidität stehen im
übrigen in der Höhe, mit der sie bei den reinen Elektrizitätswerken erscheinen, einzig da.
II. Die übrigen Industrien.
Tabelle 36.
Die Aktiengesellschaften mit dem kleinsten Aktienkapital enthält in der Gruppe der
Nahrungs- und Genußmittelindustrie die Getreidemühlenindustrie, der sich Bekleidungsgewerbe und
graphische Gewerbe anschließen mit ebenfalls niedrigerem Aktienkapital als das kleinste der Tabelle 35.
Das höchste eigene Kapital in Prozenten des Aktienkapitals weisen die Gesellschaften der
Papierindustrie und die Spritfabriken auf, die nur von den Gesellschaften für Schiffbau übertroffen
werden. Die höchsten Anleihen und Hypotheken haben in Prozenten des Aktienkapitals die
Gesellschaften der Papierindustrie, in Prozenten des eigenen Kapitals die Brauereien und Mälzereien;
die größte Inanspruchnahme des kurzfristigen Kredits entfällt auf die Spritfabriken, die sich dagegen
mit den geringsten langfristigen Schulden begnügen. Fremdes Kapital überhaupt erreicht seine größte
Höhe bei den Gesellschaften der Papierindustrie, während die Bekleidungsindustrie über das niedrigste
verfügt. Die Gesellschaften für Gas- und Wasserversorgung, die in der Art ihres Betriebes den
reinen Elektrizitätswerken ähneln, zeigen von diesen in bezug auf die Höhen der Anleihen und
Hypotheken einen beträchtlichen Unterschied, immerhin überwiegen bei ihnen die langfristigen
Schulden die kurzfristigen am stärksten von allen übrigen Industrien der Tabelle 36.
Das produzierende Vermögen zeigt dagegen bei den Gas- und Wasserwerken annähernd
die gleiche Zusammensetzung wie bei den reinen Elektrizitätswerken; nur ist bei den ersteren das
Betriebsvermögen etwas höher und die Vorräte kleiner. Verhältnismäßig niedriges Betriebsvermögen
und geringe Vorräte finden sich ferner noch bei den Baumaterialgesellschaften, die hierin den
Gesellschaften für Bergbau und Hüttenwesen ähnlich sind, und den Brauereien und Mälzereien, doch
ist bei letzteren der beträchtliche Anteil der Hypotheken am produzierenden Anlagevermögen zu
berücksichtigen. Das höchste Betriebsvermögen benötigen die Spritfabriken, die hierin von allen
Industrien an erster Stelle stehen. Die höchsten Vorräte, die sogar das produzierende Anlage
vermögen übersteigen, haben die Gesellschaften der Leder-, Gummi- und Linoleumindustrie, denen
nur noch die Schiffbaugesellschaften annähernd gleich kommen. Es sei noch auf die chemische
Industrie, bei der das Betriebsvermögen einschließlich hoher Vorräte das produzierende Anlage
vermögen weit übertrifft, und auf die Textilindustrie, die bei höheren Vorräten weniger Betriebs
vermögen braucht, verwiesen. Das Betriebsvermögen ausschließlich der Vorräte erreicht seinen höchsten
Anteil am produzierenden Vermögen bei den Spritfabriken, dem aber, wie oben erwähnt, der höchste
Anteil der kurzfristigen Schulden am Gesamtkapital gegenübersteht.
Die geringste Neigung, sich anderen Unternehmen derselben oder verwandter Industrien
anzuschließen, zeigen die Gesellschaften der Mühlenindustrie, bei denen Wertpapiere und Beteiligungen
den geringsten Anteil am Gesamtvermögen aufweisen. Das Gegenstück dazu bilden in derselben
Gruppe der Nahrungs- und Genußmittelindustrie die Spritfabriken, bei denen Effektenbesitz und Be
teiligungen an gleichartigen Unternehmen eine bedeutende Rolle spielen; ihnen folgen die Gesellschaften
der „sonstigen Nahrungsmittelindustrien“, die Papierindustrie und die chemische Industrie, bei denen
der Anteil der Wertpapiere und Beteiligungen noch den zehnten Teil des Gesamtvermögens übersteigt.
Die Gesellschaften der graphischen Gewerbe weisen die höchsten Abschreibungen auf, die
bei den übrigen Industrien zumeist nach Höhe des Anlagevermögens und nach Art und Höhe der
Vorräte verschieden sind.