Full text : Die Fabriksparkasse

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nebst  Zinsen  für  den  Eigentumserwerb  werden  gleichfalls
durch  die  Sparkasse  vermittelt.
Hieraus  erklärt  sich  der  hohe  Prozentsatz  der  Sparer
bei  meiner  Gesellschaft,  der  80%  der  Arbeiterschaft
beträgt.  IndeJß  wurde  die  Sparkasse  z.  B.  im  letzten  Geschäftsjahre ­
  nur  von  175  Sparern  für  Darlehens-  und  Vorschußzwecke ­
  in  Anspruch  genommen,  so  daß  sie  heute
über  1825  reguläre  Sparer  verfügt.
Was  nun  die  mit  den  Fabriksparkassen  stellenweise
verbundenen  Sperrungen  für  diesen  oder  jenen  Zweck  anbelangt, ­
  so  halte  ich  davon  im  allgemeinen  nicht  viel,  wenn
ja  auch  der  Standpunkt  „ich  will  mir  die  Arbeit  nicht
umsonst  gemacht  haben“  —  vielleicht  eine  gewisse  Berechtigung ­
  hat.
Beim  jugendlichen  Arbeiter  ist  der  Zwang  angebracht,
wie  die  Jugend  ja  in  allem  unter  Zwang  steht,  beim  erwachsenen ­
  Arbeiter  soll  man  die  freie  Verfügung  über
das  Ersparte  nicht  mehr  einschränken,  als  unbedingt  erforderlich ­
  ist.  Beim  Austritt  aus  der  Beschäftigung  in
der  Fabrik  beschränken  wir  uns  darauf,  das  Sparguthaben
niemals  in  bar,  sondern  nur  in  einem  eingezahlten  öffentlichen ­
  Sparkassenbuch  oder  in  der  Überweisung  des  Sparbetrages ­
  an  die  Sparkasse  des  zukünftigen  Wohnorts  behufs ­
  Eintragung  auszuzahlen.
Irgendwelche  Schwierigkeiten  sind  uns  bei  Einführung
der  Spareinrichtung,  speziell  des  Zwanges  für  jugendliche
Arbeiter,  nicht  erwachsen.  Die  Sozialdemokratie  hat  sich
um  dieselbe  in  früheren  Jahren  kaum  gekümmert,  erst  in
letzter  Zeit  werden  heftige  Angriffe  in  den  Zeitungen
der  Sozialdemokratie  erhoben,  die  in  Ausdrücken  wie
„freche  Bevormundungssucht  der  Unternehmer,  welche
direkt  gegen  die  guten  Sitten  verstoße“  gipfeln.  Ich  erblicke ­
  darin  das  Bemühen,  den  angeregten  Sparsinn  und
die  Sparmöglichkeit  den  gewerkschaftlichen  Unternehmungen, ­
  den  Konsumgenossenschaften  und  der  neuerdings ­
  ins  Leben  gerufenen  Volkster  Sicherung  zuzuführen. ­
  Wenn  es  sich  um  Erspartes  handelt,  pflegt
der  Arbeiter  recht  mißtrauisch  zu  sein,  und  es  muß  sich
für  ihn  erst  erweisen,  ob  die  gewerkschaftlichen  Depotstellen ­
  auch  ebenso  sicher  sind  wie  die  städtischen  Sparkassen. ­

            
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