103
Feinde; unter den Neutralen steht unser Geschäftsverkehr
mit Nordamerika weitaus an
erster Stelle. Alles hängt hier künftig von dem
politischen Ergebnis unseres Kampfes ab, ein
Vergleich mit dem deutsch-französischen Konflikt
ergibt keine ökonomische Parallele?) Wir
wollen im großen und ganzen froh sein, wenn
wir nach dem ersten Wiederaufschwung das
ökonomische Gedeihen der vergangenen Friedenstage
wiederfinden. Schon unser Verlangen nach
der „offenen Tür" zum Weltmarkt wird künftig
größerem Widerstand begegnen; die internationale
Handelsfreiheit ist keine ethische, sie
ist angesichts der imperialistischen Tendenz nicht
einmal eine politisch sehr hoffnungsreiche Zielsetzung.
And die „Freiheit der Meere", für die mit
einem richtigen Instinkt bei uns geworben wird?
Der politische Instinkt zeigt dem Deutschen
wenigstens einen Teil der Wahrheit, wenn er
ihn den Sinn des Kampfes einer „Vernichtung
der englischen Seeherrschaft" sehen läßt. Freilich
bleibt die Betrachtung meist auf halbem
i) Der deutsch-französische Krieg forderte auf
unserer Seite einen Anleiheaufwand von noch nicht
800 Millionen Mark in Bundes- und Einzelstaaten.
Allein die beiden ersten Reichsanleihen 1914/15 brachten
14 Milliarden Mark.