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Die Eisenbahnen: Linienführung.
wärts und 1250 in entfernt liegenden Punkte c und von hier sodann mit derselben
Steigung nach b, so ist die Aufgabe gelöst. Die Steigung ist ziveiundeinhalbmal
schwächer geworden, die Bahnlinie von a nach b dafür freilich um ebensoviel länger.
Es gilt auch hier der alte Grundsatz der Mechanik: Was an Steigung und somit an
Zugkraft erspart wird, geht an Weg verloren und umgekehrt. Punkt c, der alsdann
50 m über a und 50 m unter b liegt, ist als Kopfstation auszubilden. Die einfache
Spitzkehre findet sich in Deutschland bei Elm an der Wasserscheide zwischen Main und
Fulda, ferner bei der Harzbahn Blankenburg-Tanne (Station Bast). Im Auslande
kommt sie mehrfach vor, z. B. ans der Neuenburger Jurabahn, bei Chambrelien und
Convers, zwei höchst einsam gelegenen Bergstationen, bei Klosters an den Rhätischen
Bahnen u. s. w.
Abb. 80 zeigt die doppelte Spitzkehre, wie sie unter anderem auf der mit
1 Meter Spur angelegten Usambara-Bahn unserer ostasrikanischen Kolonie vorkommt.
Durch sie wurde hier mit 4O°/ 00 (1:25) Steigung der Osthang des Gebirges überwunden
und ein beträchtlicher Hvhengewinn erzielt.
Vervielfältigt man die Kehre, so haben wir die eingangs erwähnte vielstufige
Serpentine. Mehrfache Spitzkehren kommen in Deutschland nicht vor, wohl aber in
Österreich (Klostergrab - Moldau), in Australien, Asien (Darjeeling-Eisenbahn), in