Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Die  Eisenbahnern  Oberbau.

Krhienentefestignng  der  Eisenbahn
Nürnberg  -  Fürth,  1835.

4—4,8  kg  schweren  Stühlen  nach  Abb.  110  durch  Eisenkeile  gehalten,  die  Stühle
selbst  mittels  geteerter  Filzunterlagen  auf  den  Steinen  elastisch  gelagert  und  durch  Holzdübel ­
  und  Spitzbolzen  mit  Widerhaken  befestigt.  Abb.  110  u.  111  geben  nach  Scharrer
(„Deutschlands  erste  Eisenbahn  mit  Dampfkraft",  1836)  die  bemerkenswerten  Einzelheiten ­
  dieses  Oberbaues  wieder.  Zwischen
den  Schienen  war  die  Bettung  abgepflastert, ­
  da  anfangs  die  Bahn  mit
Pferden  betrieben  wurde.  Die  Schienen
wogen  nur  11  kg/m.  Sie  waren  auf  dem
Remyschen  Walzwerke  in  Rasselstein  bei
Neuwied  angefertigt  und  sind  somit  die
ersten  in  Deutschland  gewalzten  Eisenbahnschienen. ­
  Auch  die  gußeisernen
Stühle  und  die  Eisenkeile  nebst  den
Nägeln  wurden  auf  heimischen  Werken
hergestellt.  Nur  die  Lokomotive  war  aus
England  bezogen  (S.  79);  sie  wog
6000  kg.  Bei  diesen  schwachen  Radbelastungen ­
  zeigte  sich  der  Oberbau  recht
dauerhaft.  Seine  Pilzschienen  fanden
aber  trotzdem  auf  der  nächsten  deutschen
Bahn  —  der  von  Leipzig  nach  Dresden
—  keinen  Eingang.  Hier  wählte  man
vielmehr  für  einen  Teil  der  Strecke
Holzquerschwellen  und  die  weiter  unten
genannte  Stevenssche  Breitfußschiene,  den
anderen  Teil  belegte  man  mit  hölzernen  Eichen-Langschwellen,  auf  denen  nach  Abb.  112
eine  schmiedeeiserne  Flachschiene  befestigt  wurde:  billig  und  schlecht!  Diese  Bauart
erwies  sich  denn  auch  als  sehr  mangelhaft  und  wurde  bald  wieder  beseitigt.  —  Die  Eisenbahn ­
  von  Braunschweig  über  Wolfenbüttel  nach  Harzburg  hatte  ebenfalls  auf  ihrem  letzten
Abschnitte  eine  solche
Gleisanordnung.  Sie
genügte,  solaugePferdebetrieb
  bestand,  sobald
aber  Anfang  der  40  er
Jahre  die  Züge  durch
Lokomotiven  befördert
wurden,  offenbarte  sich
ihre  Schwäche  und  sie
mußte  baldigst  beseitigt
werden.  Diese  Erscheinung ­
  zeigte  sich  wieder
1866  bei  der  Zahnbahn
auf  den  Mount  Washington ­
  (Abb.  151).
In  Amerika  hat
der  hölzerne  Langschwellenoberbau ­
  mit
Flachschienenbesatz  ausgedehntere ­
  Anwendung
gefunden.  Holz  hatte  man  dort  im  Überfluß,  Eisenschienen  waren  aber  recht  teuer,  da
sie  derzeit  noch  aus  England  bezogen  werden  mußten.  Zudem  war  bekanntlich  in  den
Anfängen  des  Eisenbahnwesens  Geld  für  Bahnbauten  sehr  schwierig  zu  beschaffen.  Der
Vertreter  jeder  neuen  Bahnanlage  hatte  mit  einer  Welt  voller  Vorurteile  zu  kämpfen.

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ill.  ©tertian  ter  Eisenbahn  Nürnberg  -  Fürth,  1835.
            
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