fullscreen: Sozialismus und Regierung

zichten, für die die Sozialisten angeblich verantwortlich seien. Das 
Argument des Manifestes, das für die Aufhebung des Privateigentums 
an Grund und Boden spricht, zeigt die unvermeidliche Armut, die aus 
dem bestehenden Zustand folgen muß und verweist ferner auf die gleich 
falls unvermeidliche Zerstörung des Systems, sobald die Gemeinschaft 
ihre wirtschaftlichen Grundlagen organisiert. Dagegen geht das auf 
die Ehe bezügliche Argument nur so weit, daß es sie in ihrer entwür 
digendsten Form an den Pranger stellt. In Wirklichkeit ist es ein Sturm 
der Verachtung, der der Bourgeoisie ins Gesicht gepeitscht wird. 
Liest man den von mir wiedergegebenen Auszug aufrichtigen Her 
zens, so erblickt man in ihm eine Verteidigung für bessere Bedingun 
gen der Ehe, als der Kapitalismus sie bisher gewährt hat. In Wirk 
lichkeit ist er ein Plaidoyer, das in der Form eines Angriffes auf den 
Kapitalismus für die Monogamie gehalten wird. 
Doch lehren uns diese früheren Anschauungen noch mehr. Insofern 
sie auf den Entdeckungen über die primitiven Zustände beruhten und 
nicht bloß die verschwindenden Ruinen des Utopismus der Familistere 
[Fouriers, d. H.] waren, zeigen sie uns die Minderwertigkeit der Hegelia 
nischen Metaphysik als Leitfadens zum praktischen Handeln gegenüber 
der Darwinistischen Wissenschaft. Von all den vielen Diensten, die die 
Entwicklungsidee für die Entdeckung der Wahrheit geleistet hat, ist 
vielleicht keiner höher zu schätzen als ihre Erklärung, wie das Ungleich 
artige aus dem Gleichartigen herauswächst, wie die qualitativen Unter 
schiede entstehen und wie die moralischen Urteile der physischen Er 
fahrung entspringen. Da die Einehe als eine Differenzierung des mehr 
oder weniger organisierten Zustandes der Promiskuität entstanden 
und pari passu mit dem Versuche, das Privateigentum aus dem Stam 
meseigentum 1 zu entwickeln, fortgeschritten ist, so waren Engels und 
Marx viel leichter, als wir es sein sollten, dem Irrtum ausgesetzt an 
zunehmen, daß deshalb das eine das andere verursacht hätte oder von 
dem anderen bedingt worden wäre, und daß folglich beide nur vorüber 
gehende Einrichtungen der Bequemlichkeit seien, die bei passender Ge 
legenheit beiseite geschoben werden würden. Die Einseitigkeit, die man 
so oft in der Soziologie von Marx und Engels empfindet—sie verkannten, 
in welchem Grade die wirtschaftliche und soziale Veränderung der Be 
weis für dieWandlungen des allgemeinen Lebens der ganzen Gesellschaft 
1 Ansichten, die heute nicht mehr so allgemein verbreitet sind wie 1870. 
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