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Lokomotiven für vereinigte Zahn- und Reibungsbahnen.
Die vorerwähnten neueren Lokomotiven gemischter Bauart der Padangbahn zeigen
den umgekehrten Antrieb: die Dampfarbeit wird in gewöhnlicher Weise unmittelbar auf
die Reibungsräder übertragen, die ihrerseits dann durch Kuppelstangen das Zahnrad
antreiben. Die Lokomotiven arbeiten demnach in der Zahnstrecke langsam, können aber
in der Reibungsstrecke schneller laufen als die nach Bauart Riggenbach. Abt stattete
seine Lokomotive mit zwei voneinander gänzlich unabhängigen Zwillings-Dampfmaschinen
aus; die eine davon treibt die Reibungsräder, die andere ohne Zahnradvorgelege durch
Kurbeln und Lenkstangen die gewöhnlich paarweise angeordneten Hauptzahnräder. Der
236. gtlits Zahiirabantrirb. Vorderansicht.
237. Abts Zahnradantrieb. Seitenansicht mit den Bremsscheiben der Zahnradachsen.
Führer läßt nach Bedarf beide Maschinen gleichzeitig arbeiten (Steilrampe) oder nur die
Reibungsmaschine allein. Im ketzeren Falle kann die Lokomotive ganz wie eine solche ge
wöhnlicher Bauart laufen, also mit entsprechend großen Geschwindigkeiten, während auf
den Rampen die Reibungsmaschine wirksam den Zahnradantrieb unterstützt. Es ist hier
also große Leistung gepaart mit großer Geschwindigkeit, und dadurch haben die vier-
cylindrigen Abtschen Lokomotiven sich bereits ein so großes Feld erobert. Sie gleichen
äußerlich den Lokomotiven gewöhnlicher Anordnung; denn die Zahnradmaschine liegt
innerhalb des Rahmengestelles, ist also dem Auge verborgen. Die Hauptzahnräder be
stehen aus 2 bis 3 schmalen Scheiben, die gegeneinander etwas verdreht sind, wie im
„Oberbau" näher erläutert ist und durch die Abb. 236 u. 237 veranschaulicht wird.
Ihr unmittelbarer Antrieb durch die Dampfcylinder ist mit Bezug auf die oben erörterte
Feueranfachung hier zulässig, da die Reibungsmaschine ja ununterbrochen mit arbeitet.
Während der Zahnstangenfahrt entströmt daher dem Blasrohr Dampf aus vier Cylindern,
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