. Lnxuszüge. Drehgestelle.
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letztgenannte Bahn befahrenden Luxuswagen sind in den Abb. 254 bis 256 wieder
gegeben. Abb. 254 zeigt auch die äußere Anordnung der Faltenbälge, Abb. 255 den
Seitengang eines nur zur Hälfte mit Abteilen versehenen Wagens, die andere Hälfte
bildet hier einen einheitlichen Raum. Abb. 256 stellt das Innere eines Wagens mit
Mittelgang dar. Die Bauart ist ganz ähnlich derjenigen der deutschen V-Wagen.
Eigenartig ist die Bauart der neueren Drehgestelle. Die schweren Wagenkasten
ruhen nach Abb. 258 u. 260 nahe jedem Ende mittels eines Drehzapfens auf dem so
genannten Wiegebalken (W), der durch zwei Gruppen doppelter Kutschenfedern die Last
auf den Drehgestellrahmen übermittelt, von dem aus sie durch Tragfedern nach Art
der Abb. 243 oder Schraubenfedern nach Abb. 260 auf die Achsbuchsen und Zapfen
und so durch die Räder auf die Schienen übertragen wird. Schräg gestellte Pendeleisen
(P, P) zwingen die Wiege stets in ihre Mittellage zurück, wenn sie beim Durchlaufen
einer Gleiskurve von ihr abgewichen ist. Die Räder und Achsen eines Drehgestelles
können sich also leicht radial einstellen,
so daß sie die Gleisbögen möglichst
zwanglos durchfahren. Ferner schwächt
die doppelte Federung die Stöße und
Erschütterungen ganz wesentlich ab.
Wagen, die besonders ruhig laufen
sollen, wie Speise-, Schlaf-, Kranken-
und Hofwagen, oder solche, die so
schwer ausfallen, daß der Raddruck
bei acht Rädern ungünstig groß wird,
erhalten dreiachsige Drehgestelle. Bei
spielsweise ist der im Hofzuge des
deutschen Kaisers laufende, etwa
45000 kg schwere Küchenwagen , dessen
Gewicht dem einer neueren Schnell-
zuglokomotive gleichkommt, durch zwei
je sechsräderige Drehgestelle gestützt
(vergl. auch Abb. 248 u. 251). Die
englischen und amerikanischen Speise
wagen sind 18 bis 21 na lang, sehr
schwer, daher mit dreiachsigen Dreh
gestellen ausgestattet. Über die Bauart
der Räder vergl. näheres S. 268.
Die verschiedenen Personenwagen unterscheiden sich vorzugsweise nur in der Bauart
und Einrichtung ihrer Wagenkasten. Die Untergestelle, auf denen letztere ruhen und die
den Wagen lauffähig machen, sind sich sehr ähnlich und weisen bemerkenswerte Ab
weichungen nur in der Lagerung der Radachsen (Einzelachsen, Drehgestelle) auf. In
Deutschland fertigt man die Untergestelle fast ausschließlich aus Schmiedeisen, in Eng
land und Amerika dagegen aus Holz, das bei den Hauptträgern durch seitliche Eisen
platten verstärkt wird. Der erstere Baustoff ist dauerhafter, der letztere elastischer, erzeugt
auch beim Fahren weniger dröhnendes Geräusch.
Die erste und zweite Klasse besitzen gepolsterte Sitze und Rücklehnen. In Eng
land ist auch die dritte Klasse mit schwacher Polsterung versehen, was von den Reisenden
sehr angenehm empfunden wird und sich auch bestens bewährt hat. An Anregungen zur
Nachahmung dieser zweckmäßigen Einrichtung, wenigstens in den Schnellzugwagen, hat
es bei uns nicht gefehlt, sie haben aber maßgebenden Ortes keine Gegenliebe gefunden.
Die Engländer haben schon frühzeitig auf gute Polsterung, die namentlich eine richtige
Unterstützung des Rückens zuläßt, Wert gelegt. In Deutschland hat man etwa seit Mitte
der 80er Jahre die Rücklehnen dementsprechend geformt (Abb. 259).
Auf manchen ausländischen Linien sieht es darin noch sehr verbesserungsbedürftig
aus. Wer längere Nachtfahrten in solchen falsch aufgepolsterten Wagen zurückgelegt hat,
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257. Inneres eines Speiscnmgrns.