Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

266  Eisenbahnen:  Güterwagen.

Unter  den  Spezialwagen  verdienen  namentlich  die  Fischwagen,  Kühl-  und  geheizten
Wagen  besondere  Erwähnung.  Erstere  dienen  zum  Versande  lebender  Fische.  Sie  sind  mit
großen  Wasserbottichen  für  deren  Ausnahme  versehen.  Im  Sommer  werden  zur  Wasserkühlung
Eisstücke  eingefüllt.  Bei  einer  aus  Schweden  herrührenden  Anordnung  (Abb.  271)  entnimmt
eine  in  der  Wagenmitte  befindliche  und  von  einer  Wagenachse  (auch  von  Hand)  angetriebene
Pumpe  den  Bottichen  (unten)  das  Wasser,  preßt  es  zwecks  Reinigung  von  Fischschleim  u  s.  w.
durch  ein  Filter  und  oben  in  die  Bottiche  zurück.  Das  erforderliche  Eis  wird  in  vier  neben
dem  Filter  untergebrachten  Behältern  mitgeführt.  Der  Wagen  hat  sich  bewährt.
In  England,  wo  der  Verbrauch  an  Seefischen  ein  sehr  großer  ist,  sind  besondere  Züge
für  den  Versand  eingerichtet.  Von  Holyhead,  einem  Hauptversandplatze  hierfür,  laufen  solche
bis  nach  London,  woselbst  sie  unter  anderem  auch  mittels  der  Untergrundbahn  zur  Nachtzeit
in  die  große  Fischhalle  neben  Smithfield-Markt  geschafft  werden.  Die  Nordwestbahn  hat  in

269.  Talüats  Güterwagen  für  Kahle,  Gr;  n.  f.  w.  mit  Kelüstentladnng.

270.  Kruppscher  Grfchützwagen  mit  32  Nädern.

jenem  Hasen  eine  135  m  lange  und  15  m  breite  mit  Kränen  ausgestattete  Ladebühne  eigens
für  den  Fischversand  errichtet,  deren  Einrichtungen  ein  ungemein  schnelles  Verladen  großer
Fischmengen  aus  den  Schiffen  in  zwei  nebeneinander  ausgestellte  Züge  gestatten.  Sobald  der
letzte  Wagen  seine  Last  erhalten  hat,  dampft  der  Zug  sofort  in  beschleunigter  Fahrt  seinem
Bestimmungsorte  zu.  Nirgends  erhält  man  auch  wohl  so  allgemein  einen  vorzüglich  mundenden ­
  Seefisch  wie  in  den  englischen  Hotels.
Zum  Transporte  von  geschlachtetem  Vieh  dienen  in  Amerika  zahlreiche  Kühlwagen. ­
  Durch  eine  sorgfältige  Bauart  (doppelte  Wände  und  Fußböden)  und  durch  Eis
wird  im  Wageninneren  zur  Sommerzeit  eine  Temperatur  von  -s-  4  bis  5  °  0.  erzeugt.
Die  großen  Fleischfirmen  jenes  Landes,  wie  die  Armour  Co.  in  Chicago,  kaufen  im
Westen  das  billige  Vieh,  schlachten  es  in  Chicago,  Kansas  City  in  ihren  Riesenschlachthäusern ­
  und  versenden  in  eigenen  Kühlwagen  das  Fleisch  nach  den  großen  Städten  im
Osten.  Auch  die  größeren  Bahngesellschaften  besitzen  zahlreiche  derartige  Wagen.  Damit
die  Fleischstücke  auf  den  langen  Fahrten  nach  New  Jork  u.  s.  w.  nicht  durch  Schütteln  und
            
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