fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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GROSSBRITANIEX. — Finanzen in früherer Zeit. 
Staatseinkünfte nie unter 60, mehrmals 70, 1813 fast 72 Mill. 1815 
steigerte man das Budget auf 116’748,258 £, wovon 89’748,958 durch 
Auflagen, die andern 27 Mill, durch Anlehen aufgebracht wurden. (Die 
englische Nation, welche 1801 blos 34 Mill, an Taxen aller Art bezahlt 
hatte, entrichtete also 14 Jahre später fast 90!) Dabei hatte Gross- 
britanien zu Ende des vor. Jahrhunderts nicht die Hälfte seiner jetzigen 
Bevölkerung, und der auswärtige Handel betrug nicht % des jetzigen. 
Von den Auflagen kamen durchschnittlich auf jeden Einwohner: 
1801-10 5 áf 12 Shill. 1 Den. 
1811—20 3 - 15 - 6 - 
1821—30 2 - 5 - — - 
18®%* 2-5 - 0 - (bei niedrigerm Geldwerthe . 
1817 hob man die Einkommentaxe auf. Mancherlei Steuerverän 
derungen erfolgten. Es stellte sich ein neues Defizit ein. Sir Rob. Peel 
erwirkte 1842 Wiedereinführung der Einkommensteuer. Nun bekam 
man neuerdings Ueberschüsse. Endlich ward, neben der Aufhebung 
oder Verminderung sehr vieler anderer Zollsätze, die freie Getreideein 
fuhr (Aufhebung der Kornzölle) 1846 beschlossen, doch erst 1849 voll 
ständig durchgeführt. — Von dieser Zeit datirt eine Umgestaltung der 
Grundlagen des Steuersystems. — Von 1840 bis Ende 1853 wur 
den an alten Abgaben abgeschafft: 18’104,291 £, neue eingeführt 
1 r916,416. Dessen ungeachtet stiegen dieEinnahmen von 47’567,565£ 
im Jahre 1840, auf 54’430,34 1 im Jahre 1853. 
Dieses günstige Verhältniss erfuhr eine gewaltige Störung durch 
den Orientalischen Krieg. Der Budgetentwurf des Kanzlers der 
Schatzkammer für 18”Vs5 entzifferte eine gewöhnliche Einnahme von 
53’349,000£, und einen Bedarf von 56’ 189,000 £ (worunter 1 b’836,000 
für Land- und Seemacht, da man sich bereits im Kriege befand). Doch 
schon unterm 9. Mai forderte der Minister weitere 6 Mill, für Kriegs 
zwecke. Er erhielt die Genehmigung des Parlaments, auch zu dem 
Plane, sämmtliche Kosten des Krieges nicht durch Anlehen, sondern 
ausschliesslich durch Steuererhöhungen zu decken. Vor Allem ward 
Erhöhung der Einkommentaxe beschlossen. Von 1 £ waren bisher 7 
Den. erhoben worden; die Auflage ward verdoppelt, d. h. auf 
b®Vioo Proc. vom Einkommen erhöht. Mit einer Erhöhung auf 8 Proc., 
glaubte der Minister, würden sich alle Kriegsausgaben decken lassen ; 
allein er schlug dies nicht vor, weil er fürchtete, durch zu hohe Steige 
rung das neue Besteuerungsprinzip überhaupt zu gefährden, zumal er 
auch die Einführung einer Erbschaftssteuer veranlasst hatte. Daher 
wurden, neben Erhöhung der Einkommensteuer, um 6’557,000 neue 
Auflagen im Betrage von 3’600,000 £ beschlossen auf Spirituosen, 
Zucker und besonders Malz. — Doch der wirkliche Kriegsaufwand zeigte 
sich grösser als man gedacht hatte. Die Mittheilungen des Ministers 
bei Vorlage des Budgets für 18®%e gewährten folgende Aufschlüsse; 
Die Ausgaben im letzten Eriedensjahre, 18"%*, hatten 51’198,000£ 
betragen; die im ersten Kriegsjahre, 18"%^, dagegen 65 962,000, und 
der Voranschlag für I8"%e stieg bereits auf 86’339,000 £. — Bei so 
sehr gesteigertem Bedarfe ging man von dem Systeme ab, die Gesammt- 
summe der Kriegskosten durch Steuererhöhung aufzubringen. Man
	        
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