Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Eisenbahnen:  Signalwesen  nnd  Weichensichernng.

diese  Leitung  an  beliebiger  Stelle  Ausschalter  legen,  so  daß  der  Stationsbeamte  erforderlichenfalls ­
  ohne  Zeitverlust  ein  Fahrsignal  lvieder  einziehen  kann.
Auch  die  Anslösevorrichtung  kann  abseits  vom  Signalmast  aufgestellt  werden;  so  ist
sie  auf  der  Berliner  Stadtbahn  mehrfach  an  der  Wand  des  Stationsgebäudes  angebracht,
ivährend  das  Ausfahrtsignal  weiter  vorgeschoben  ist.  Abb.  329a  zeigt  den  gewöhnlichen
Zustand  eines  solchen  Mastensiguals  bei  Haltstellnng  des  Hebels,  Abb.  329b  den  bei
Fahrtstcllung,  während  Abb.  329c  die  Haltstellung  zeigt,  nachdem  durch  den  Zug  oder
Stationsbeamten  der  Strom  unterbrochen,  der  Signalhebel  jedoch  noch  nicht  wieder  auf
„Halt"  gelegt  ist.
Die  erwähnten  Schienenkontakte  werden  am  zweckmäßigsten  in  der  gleichfalls  von
Siemens  &  Halste  vorgeschlagenen  Form  mit  Quecksilberfüllung  verwendet.
Erwähnt  sei  noch,  daß
auf  der  Berliner  Stadtbahn
auch  die  Stationen  als  Blockstrecken ­
  behandelt  werden,
indem  die  Ein-  und  Ausfahrtsignale ­
  als  Blocksignale
angeordnet  sind.  Der  Abschnitt ­
  zwischen  zwei  Stationen, ­
  vom  Ausfahrtsignal
der  einen  bis  zum  Einfahrtsignal ­
  der  vorgelegenen  Station ­
  ist  durch  Zwischenblocks
in  mehrere  Blockstrecken  zerlegt. ­
  Die  schnellste  Zugfolge ­
  kann  auf  die  Weise
bis  zu  drei  Minuten  herabgezogen ­
  werden,  es  können
also  auch  hier  die  Züge  sich
fast  fo  dicht  aufeinander
folgen,  wie  es  auf  den  vielbewunderten ­
  Londoner
Untergrundbahnen  der  Fall
ist.  Thatsächlich  betrug  der
Verkehr  auf  der  viergleisigen
Berliner  Stadtbahn  im  Ausstellungsjahre ­
  1896  im
Stadtverkehr  498  Züge  täglich, ­
  nnd  im  Vorort-  und
Fernverkehr  108,  zusammen
also  606Znge*).  Es  wurden
damals  auf  jedem  der  beiden
Gleise  in  den  Stunden  des  lebhaftesten  Verkehrs  18  Züge  stündlich  in  jeder  Fahrtrichtung ­
  befördert.  Es  zeigte  sich  allerdings,  daß  ein  solcher  Verkehr  auf  die  Dauer
schwer  durchführbar  ist.  Das  Publikum  ist  dort  nicht  allgemein  gewöhnt,  in  wenigen
Sekunden  ein-  und  auszusteigen.  Ein  kurzer  Stationsaufenthalt  der  Züge  ist  aber  Vorbedingung ­
  für  eine  so  schnelle  Zugfolge.
Auch  auf  den  verkehrsreichen  New  Jorker  Hochbahnen  steht  ein  solches  Signalverfahren
  (Anordnung  von  Hall)  in  Anwendung.

328.  Elektrische  Anslöseuorrichiung  von  Kiemens  &  ijnlslu.

*)  Die  doppelte  Zahl  von  Zügen  wird  tut  gewöhnlichen  Verkehr  ans  dem  viergleisigen  Ostabschnitt ­
  der  Londoner  Untergrundbahnen  bewältigt.  So  wird  die  unterirdische,  räumlich  sehr
eng  bemessene  Station  King's  Croß  in  24  Stunden  aus  den  zwei  Jnnengleisen  von  552  und
auf  den  zwei  Gleisen  der  „Widened  Lines"  von  654  Zügen  befahren,  das  sind  zusammen
1206  Züge.
            
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