Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Die  niederländischen  Städte  bis  zum  17.  Jahrh.  —  England.

Republik,  Amsterdam.  Während  Antwerpen  nur  immer  Zwischenplatz  gewesen  war,
befand  sich  Amsterdam  bald  im  Besitze  einer  Handelsflotte,  wie  sie  in  Europa  noch  nie
gesehen  worden  war.  In  Holland  fanden  die  vertriebenen  oder  dem  spanischen  Joche
freiwillig  entflohenen  Fabrikanten  und  Handeltreibenden  der  spanischen  Niederlande  Aufnahme. ­
  Der  kühne  Unternehmungsgeist  der  Holländer  ließ  sie  mit  beiden  Indien  direkte
Handelsbeziehungen  anknüpfen.  Amsterdam  wurde  die  Handels-Metropole  Europas,
und  die  Reichtümer,  welche  daselbst  erworben  wurden,  übertrafen  alles  früher  Dagewesene.
Mit  dem  17.  Säkulum  erreichten  Handel  und  Schiffahrt  in  den  Niederlanden  ihre
höchste  Blüte.
In  der  zweiten  Hälfte  des  17.  Jahrhunderts  sank  die  holländische  Republik  von  ihrem
Höhepunkt  herab.  Die  von  Oliver  Cromwell  im  Jahre  1651  erlassene  Navigationsg.

  Pont  du  Nrguinuyc  ;n  Ariigge.

alte  war  der  härteste  Schlag.  Nach  diesem  Gesetz  durften  fortan  die  in  englischen  Häfen
einlaufenden  fremden  Schiffe  nur  Waren,  welche  in  ihrem  eigenen  Lande  gebaut  oder
verfertigt  waren,  einführen.  Den  Holländern  war  hiermit  die  Möglichkeit  abgeschnitten,
die  bisher  betriebene  lebhafte  Frachtschiffahrt  und  den  Handel  zwischen  England  und
dessen  Kolonien  sowie  mit  den  europäischen  Ländern  fortzusetzen.  England  trat  an  die
Stelle,  welche  bisher  die  Niederlande  im  Welthandel  eingenommen  hatten,  London
besaß  fortan  die  Bedeutung,  die  bisher  Amsterdam  gehabt  hatte.
England  hatte  jahrhundertelang  gleichsam  abseits  von  der  Welthandelsstraße
gelegen.  Weder  seine  Schiffahrt  noch  feine  Industrie  wies  eine  besondere  Leistungsfähigkeit ­
  auf.  Bis  fast  gegen  Ende  des  17.  Jahrhunderts  ward  England  besonders  aus
Schweden  und  Deutschland  mit  Eisen  versorgt.  Kleiderstoffe  bezog  England  bis  zur
Mitte  des  16.  Jahrhunderts  aus  Belgien,  Seide  aus  Frankreich  und  Messerwaren  aiw-Italien.
  Nur  langsam  vollzog  sich  in  diesen  Verhältnissen  eine  Umwandlung.  Durch
die  Vermehrung  der  Beziehungen  mit  den  aufblühenden  Kolonien  in  Nordamerika,  in
            
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