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Die elektrische Unterpflasterbahn in Budapest.
Auf der Linie verkehren nur Motorwagen und zwar einzeln, d. h. Einzelwagen,
deren Räder durch den elektrischen Strom angetrieben werden. An Tagen starken Andrangs
folgen sich die Wagen in zweiminutlichen Zeiträumen. Bei den vorliegenden geringen
Stationsabständen mußte auf die Sicherung des Wagenlaufs ganz besonders Bedacht
genommen werden.
Behördlicherseits war vorgeschrieben, daß die Wagen sich höchstens in Stationsabständen
folgen dürfen. Es wurde deshalb von den Erbauern der Bahn eine selbstthätige
Lichtblockanlage eingerichtet. An dem Ausfahrtsende eines jeden Bahnsteigs ist eine elektrische
Signallampe und daneben am Gleis ein dazu gehöriger Umschalter angebracht.
Verläßt ein Wagen die Station, so stößt ein an ihm befindliches Anschlageisen den Schalthebel
um. Die Signallampe der Absahrstation wird dadurch rot geblendet (Haltsignal),
gleichzeitig aber die in der rückwärts gelegenen Station weiß (Fahrsignal), während in
der vorgelegenen Station neben dem weißen Signallicht ein kleines rotes Glühlicht sichtbar
wird. Jeder Wagen deckt sich also selbstthätig und gibt gleichzeitig die durchfahrene
Blockstrecke frei, er versieht also gleichsam das S. 315 geschilderte Amt eines Blockwärters,
während er ferner durch das kleine rote Glühlicht dem vorgelegenen Bahnsteigbeamten die
Einfahrt eines Wagen in die rückwärtige Strecke anzeigt. Um das Drehen der langen,
15 000 KZ schweren Drehgestellwagen an den Endpunkten zu vermeiden, ist jedes Wagenende
über dem Drehgestell nnt einem die Anfahrvorrichtungen u. s. w. enthaltenden
Führerabteil ausgestattet. Damit nun trotz der geringen Tunnelhöhe der Wagenkasten
eine lichte Höhe von 2,2 m erhalten konnte, sind seine Längsträger zwischen den Drehgestellen
nach unten durchgebogen. Je eine Radachse der Drehgestelle wird durch einen
Elektromotor angetrieben und zwar entweder mittels Gliederketten oder unmittelbar. Die
Baukosten einschließlich Ausrüstung der Linie haben rund 7 Millionen Mark betragen,
das macht fast 2 Millionen Mark für das Kilometer. Der großartige Erfolg dieser Bahnanlage
ist von bestimmendem Einfluß auf die jetzt im Ban begriffene Pariser Untergrundbahn
gewesen. Auch die Berliner Unterpflasterbahn wird wie sie zur Ausführung gebracht
werden.
Die New Yorker Hochbahnen.
Die New Yorker Hochbahnen durchziehen die aus der langgestreckten Manhattan-Halbinsel
erbaute Stadt in vier gleichlaufenden Hauptstraßen, Avenues genannt.
Abb. 376 zeigt ihren Lageplan, in welchem der geradlinige Verlauf dieser Bahnen auffällt.
Jede Linie ist — von einer kurzen dreigleisigen Strecke abgesehen — zweigleisig
und wird für sich betrieben. An sechs Querstraßen sind Abzweigstationen errichtet. . Die
insgesamt öl^km langen Bahnen berühren 96 an Straßenkreuzungen errichtete Stationen,
deren durchschnittliche Entfernung 540 in beträgt. Die Linie der zweiten Hauptstraße
findet jenseit des Harlemflusses für den Vorortverkehr Fortsetzung, während im benachbarten
Brooklyn eine besondere Hochbahn besteht. Die Höhenlage der Gleise über Pflaster
steigt bis 20 m. Entweder liegen die Gleise in der Mitte der Straßen auf gemeinsamer
Fahrbahn, welche von paarweise angeordneten Eisenpfcilern getragen wird, oder es
ruht jedes Gleis auf schmalem Gerüst mit Einzelstützen an jeder Seite der Straße.
Die Spurweite beträgt 1,435 in. Die Gleisbögen sind oft recht scharf; ihr kleinster
Krümmungshalbmesser geht bis auf 27 m herab. Abb. 377 zeigt einen solchen Kurvenabschnitt.
Auch ans diesen Bahnen sind die Stationen für jede der beiden Fahrrichtnngen
getrennt ausgebildet, allerdings in sehr bescheidenen Verhältnissen (Abb. 378). Treppen
führen von der Straße hinauf zum Fahrkartenschalter. Vor dem Betreten des Bahnsteigs
wirst der Reisende seine Fahrkarte in einen Glaskasten, in welchem sie durch einen Beamten
n>ittels Hebelwerks zerschnitten wird. Der Zu- und Ansgang ist wie auf den Londoner
Untergrundbahnen gesondert, so daß jegliches Gedränge der abfahrenden und ankommenden
Reisenden vermieden wird. Beim Einlaufen eines Zuges schließt der vorgenannte Beamte
den Zugang zum Bahnsteig.
Die Züge bestehen aus Lokomotive und 2—5, je 80 Personen fassenden Durchgangswagen.
Die Plattformen je zweier zusammenstoßender Wagen werden bei Abfahrt
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