Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Herstellung  der  Brücken.
(Abb.  414)  und  Düsseldorf  besitzen  zwar  eine  noch
größere  Weite  wie  die  Müngstener  Brücke  und
zwar  180  resp.  187  m,  aber  sie  werden  bei  weitem
übertroffen  werden  durch  die  Thalbrücke  über  den
Viaurfluß  auf  der  Eisenbahnlinie  Carmaux-Rodez
mit  230nr.  Die  neue  Niagara-Bogenbrücke  erhält
sogar  eine  Weite  von  260  in.
Ein  Irrtum  wäre  es,  zu  glauben,  daß  die
erreichten  glänzenden  Leistungen  das  Schlußglied
in  der  Entwickelung  bildeten.  Immer  kühnere
Projekte  tauchen  auf  und  werden  auch  thatsächlich
ihrer  Verwirklichung  entgegengeführt.  Das  jüngste
Wunder  im  Brückenbau  ist  die  neue  East  River
Bridge  (Abb.  415)  zwischen  New  Uork  und
Brooklyn.  Der  Erbauer  dieses  Riesenbaues  ist  der
Ingenieur  Buck.  Die  Länge  der  Brücke  beträgt
2160  ui,  die  Spannweite  der  Hauptbrückenöffnung
1000  m.  Diese  Zahl  läßt  am  besten  erkennen,
welchen  gewaltigen  Werdeprozeß  die  Brückenbaukunst ­
  durchgemacht  hat,  von  jener  Überspannung
von  nur  wenigen  Metern  Lichtweite  bis  zu  dem
gewaltigen  Maße  von  1000  in.  Durch  die  zunehmende ­
  Weite  der  Brücken  sind  jedoch  nicht  nur
die  praktischen  Schwierigkeiten  der  Herstellung  gewachsen, ­
  sondern  die  aufzuwendende  Arbeit  bei  ihrem
Entwerfen  hat  sich  auch  zu  einer  immer  mühevolleren
und  zeitraubenderen  gestaltet.
Man  hat  bei  der  Konstruktion  einer  Brücke
darauf  zu  achten,  daß  sie  stark  genug  ist,  um  der
Inanspruchnahme  durch  das  Eigengewicht,  durch
die  sogenannte  Berkehrslast,  durch  Wind  und
Wetter,  durch  die  Schwingungen  und  Stöße  und
endlich  durch  die  Temperaturveränderungen  zu
widerstehen.  Die  Stärke  der  einzelnen  Teile  der
Brücke  wird  man  je  nachdem,  welches  System  zur
Anwendung  kommt  und  welches  Material,  Holz,
Stein  oder  Eisen,  verwandt  wird,  verschieden  stark
zu  wählen  haben.  Auf  die  Art  und  Weise,  wie  im
einzelnen  Falle  die  Abmessungen  der  einzelnen
Brückenglieder  rechnerisch  zu  bestimmen  sind,  kann
hier  nicht  näher  eingegangen  werden,  da  diese  Bestimmung ­
  weitgehende  Kenntnisse  der  Mechanik
voraussetzt.  Abb.  416  zeigt  eine  Brücke,  welche  bei
der  Proöebelastung  sich  als  zu  schlvach  erwiesen  hat
und  zusammengestürzt  ist.
In  den  Brückenbauanstalten  werden  die  für
eine  eiserne  Brücke  erforderlichen  Teile,  wie  Winkeleisen, ­
  Flacheisen  u.s.w.,  nach  den  genau  angefertigten
Zeichnungen  zusammengefügt,  und  zwar  in  einer
solchen  Größe,  daß  die  einzelnen  Stücke  noch  mit  der
Eisenbahn,  mittels  eines  Schiffes  oder  mittels  Fuhrwerk, ­
  je  nach  der  Belegenheit  der  Brückenbaustelle,
au  diese  geschafft  werden  können.  Bei  der  Anfertigung ­
  dieser  einzelnen  Stücke  ist  sorgfältig

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IX  51
            
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