Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Stromkorrektionen.

Verursachende  Krümmung  beseitigt  und  eine  Vergrößerung  der  Fahrwassertiefe  von  2,75  in
auf  3,oo  in  erreicht  worden  war.  Die  größte  Schwierigkeit  bei  Ausführung  des  ganzen
Projekts  bot  die  Aufbringung  der  Mittel.  Diese  Frage  wurde  indes  dadurch  glücklich  gelöst,
daß  Bremen  vom  Reiche  das  Recht  erteilt  wurde,  nach  Fertigstellung  der  Korrektion  eine
Abgabe  von  den  Ladungen  der  die  korrigierte  Wasserstraße  benutzenden,  aus  See  nach
bremischen  Häfen  oberhalb  Bremerhaven  oder  von  denselben  nach  See  gehenden  Schiffen
von  mindestens  300  cbm  Raumgehalt  zu  erheben.  Diese  Abgabe  wurde  in  7  Klassen  von
40  Pfennig  bis  1.80  Mark  für  jede  aus  See  einkommende  oder  nach  See  ausgehende
Tonne  abgestuft  und  so  bemessen,  daß  durch  diese  Abgaben  bei  dem  zu  erwartenden  Verkehr ­
  in  28  Jahren  die  Zinsen  des  Baukapitals  bei  einem  Zinsfuß  von  3 1 / 2  °/ 0  beglichen
werden  und  in  65  Jahren  das  Kapital  mit  Zins  und  Zinseszins  getilgt  sein  soll.  Mit
Preußen  und  Oldenburg  wurden  Verträge  abgeschlossen,  wodurch  Bremen  die  planmäßige
Ausführung  der  Korrektion  auf  den  Gebieten  dieser  beiden  Staaten  gestattet  wurde  unter
der  Verpflichtung,  die  etwa  infolge  derselben  einzelnen  Interessenten  oder  Korporationen
erwachsenden  Schäden  durch  entsprechende  Neuanlagen  oder  durch  Geldentschädigungen  gut
zu  machen.  Im  Juli  1887  wurden  die  Regulierungsarbeiten  unter  Oberleitung  des
Oberbaudirektors  L.  Franzius  begonnen,  die  schädlichen  Nebenarme  wurden  abgedämmt,
Leitdämme  wurden  hergestellt  und  deren  Wirkung  durch  kräftige  Baggerung  (rund
28  Millionen  cbm)  unterstützt.  Am  Ende  des  Jahres  1893  war  schon  das  Ziel  erreicht,
daß  Schiffe  von  5  m  Tiefgang  nach  Bremen  gelangen  konnten.  Am  20.  Oktober  1893
traf  das  erste  große  Schiff  des  Norddeutschen  Lloyd,  der  „Roland",  mit  einem  Raumgehalt ­
  von  2613  Registertonnen  und  mit  5  m  Tiefgang  mit  voller  Ladung  in  Bremen  ein.
Die  nachteiligen  Stromspaltungen  sind  jetzt  alle  geschlossen,  sanft  gekrümmte,  meist  neugebildete ­
  Ufer  fassen  das  Niedrigwasserbett  ein,  frühere  wertlose  Wasserflächen  sind  durch
die  Ablagerung  der  gebaggerten  Bodenmasseu  in  fruchtbare  Landflächen  umgewandelt
worden.  17  Bagger,  77  Kähne  und  Schleppdampfer  und  10  Bereisungsdampfer  waren
in  Thätigkeit.  Diese  Fahrzeuge  und  Geräte  sind  beinahe  alle  für  die  Unterweserkorrektion
eigens  gebaut  worden.
Der  Erfolg  hat,  wie  die  Akademie  des  Bauwesens  in  ihrem  Gutachten  schon  vorausgesagt ­
  hatte,  die  Berechnungen  des  mit  großer  Vorsicht  und  ebenso  großer  Kühnheit  aufgestellten ­
  Entwurfes  noch  übertroffen,  und  es  darf  die  Unterweserkorrektton  den  großartigsten ­
  Wasserbauten  der  Neuzeit  beigezählt  werden.  In  welch  rascher  Weise  mit  dem
Fortschreiten  der  Regulierungsarbeiten  der  Verkehr  in  Bremen  gewachsen  ist,  zeigt  die
nachstehende  Zusammenstellung  über  die  von  See  her  eingelaufenen  Schiffe:

Jahr

Anzahl
sämtlicher
angekommenen
Schiffe

Gesamtraumgehalt
  der
angekommenen
Schiffe
Reg.-Tonnen

Anzahl  der
angekommenen
Dampfer

Raumgehalt  der
angekommenen
Dampfer
Reg.-Tonnen

1887

2  897

1  444  688

1025

1  087  188

1888

2  665

1  477  999

1  072

1  177  052

1889

2  883

1  682  726

1  248

1  419  876

1890

2  950

1  733  809

1  190

1  468  975

1891

3  552

2  084  214

1  509

1  766  781

1892

3  612

1  996  375

1  609

1  642  619

1893

4  003

2  030  082

1835

1  697  689

1894

4178

2  172  075

1879

1  837  320

1895

4  083

2  183  274

2  003

1  861159

1896

4  494

2  011  663

2  364

1  688  103

1897

4  391

2  258  988

2  546

1  950  818

1898

4  642

2  464  800

2  317

2  101  656

Trotz  der  im  Jahre  1897  eingetretenen  geringen  Verminderung  in  der  Zahl  der
angekommenen  Seeschiffe  ist  der  Tonnengehalt  gewachsen,  eine  Erscheinung,  die  auch  in
anderen  Häfen  beobachtet  und  auf  die  stetige  Vergrößerung  der  Schiffe  zurückzuführen  ist.
Im  Jahre  1890,  als  die  Korrektion  der  Unterweser  zuerst  zu  wirken  begann,  betrug  der
Tonnengehalt  der  in  Bremen  (Stadt)  angekommenen  Schiffe  173  000  t.  Er  hat  sich  bis
            
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