Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Rcgulierungsarbeiten am Mississippi. 
zum Jahre 1898 auf 848 000 t gesteigert. Im Anschluß au die Unterweserkorrektion 
wurde 1891 diejenige der Außenwcser in Angriff genommen, durch welche eine infolge 
Stromspaltung vor 30 Jahren entstandene Barre beseitigt werden soll. 
Nach Vorführung der Stromkorrektionen im Flutgebiet dürfte der sonstigen umfang 
reichen und zum Teil selbst gewaltigen Arbeiten Erwähnung zu thun sein, welche zur 
Verbesserung von Flußläufen zur Ausführung gekommen sind. 
Von den Strömen der Vereinigten Staaten ist der Mississippi der Schauplatz 
einer sehr umfangreichen Thätigkeit der Ingenieure. Durch den Missouri werden 
ganz außerordentlich große Mengen an Sinkstoffen zugeführt, die sich an den Uferflächen 
des weiten Thales unterhalb der Missourimündung ansetzen und den starken Abbruch der 
Ufer erklären. In früheren Zeiten brachen an einer Stelle mitunter ganze Plantagen 
ab und wurden an anderen Stellen wieder hingeworfen, wodurch der Schiffahrt nicht 
selten die größten Hindernisse bereitet wurden. Hier konnten nicht die Mittel, welche 
an anderen Strömen sich als zuverlässig zu deren Verbesserung erwiesen haben, 
Steindämme und Buhnen, zur Anwendung kommen, sondern hier mußten neue, den 
438. D-gzer „Keta" auf dem Mississippi. 
Launen des Stromes angepaßte Mittel ersonnen werden. Für die Verbesserung dieses 
riesigen Stromlaufes von 4200 Ion Länge, der mit dem Missouri zusammen, nächst 
dem Amazonenstrom und dem Kongo, der größte Strom der Erde ist, sind bereits 
323 400 000 Mark aufgewendet worden. Die Grenze zwischen dem großen und dem 
kleinen Schiffahrtsverkehr sind die St. Anthony-Wasserfälle zu Minneapolis, etwa 3200 km 
oberhalb der Mündung. Auf dem oberen Flußlauf bis zur Miffourimündung (1145 km) 
wird die Schiffahrt etwa 4 Monate lang durch die Winterkälte gehemmt. Mächtige Bagger 
von ungewöhnlicher Leistungsfähigkeit sind in Thätigkeit, um die enormen sich ablagernden 
Massen im Stromlauf zu beseitigen. Der Riesendampfbagger „Beta" hat eine stündliche 
Leistungsfähigkeit von 4500 chm. Derselbe ist als Saugbagger konstruiert. 
Der am schwierigsten zu behandelnde aller deutschen Ströme, die Weichsel, ist in 
unserer Zeit weitreichenden Umgestaltungen unterzogen worden, die eine kurze Schilderung 
verdienen. Am Anfange unseres Jahrhunderts besaß die Weichsel eine Mündung in die 
Ostsee bei Weichselmünde und dieselbe stand durch zwei Arme mit dem Frischen Haff in 
Verbindung; diese Arme führten den Namen Nogat und Elbinger Weichsel. Die letztere 
war ein bedeutender Strom und die Hauptverbindung Danzigs mit dem Haff. Durch 
den Durchbruch bei Neufähr von 1840 änderte sich vollständig die Physiognomie des 
unteren Stromlaufes. Die Strömung in der Elbinger Weichsel ließ nach, und diese war 
vor völliger Versandung nicht zu retten. Zur Sommerszeit war es in den 80er 
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