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Form der Flußhäfen.
einmal erreicht sind. Das Verhältnis des beanspruchten Raumes ist am besten aus ver
gleichenden Grundrissen zu ersehen. Dabei ist zu bedenken, daß auch noch Schleppdampfer und
-andere Fahrzeuge in einem Flußhafen Raum beanspruchen. — Die Form des Hafens
ist so zu wählen, daß er einer möglichst großen Anzahl von Schiffen das Anlegen ge
stattet, ohne sie zu zwingen, in mehreren Reihen nebeneinander zu liegen. Dieser An
ordnung entspricht am besten eine gestreckte schlauchförmige Gestalt, wie solche meist den
neueren, nach einheitlichem Plane gebauten Häfen gegeben wird. Um an Länge zu sparen,
ordnet man, wie beim Hafen in Düsseldorf, mehrere Becken nebeneinander an. Oft entsteht
auch ein mehrteiliger Hafen dadurch, daß in ein breiteres Becken Zungen eingebaut
werden, um so die Ladeplätze zu vermehren. Ein solcher Einbau ist für den König-Albert-
Hafen in Dresden geplant. — Viele Häfen weisen eine verwickelter« Gestalt mit ver
schiedenen Becken und Zungen auf; besonders sind dies solche, wo schon seit längerer Zeit
der Schiffsverkehr sich entwickelt hat. Dort mußte den sich stetig vergrößernden Ansprüchen
durch mehrmalige Erweiterungsbauten genügt werden, so bei den Häfen in Mannheim,
Ruhrort u. s. W.
Die Breite des Beckens ist von der größten Breite der Schiffe abhängig. Auch
muß berücksichtigt werden, daß an allen Stellen neben am Ufer liegenden Schiffen noch
Raum für die ein- und ausfahrenden frei bleiben muß. Plätze zum Wenden sind eben
falls vorzusehen. Bei der Breitenabmessnng ist immer darauf Rücksicht zu nehmen, daß
die Maße der Schiffe mit der fortschreitenden Verbesserung der Wasserstraße zunehmen.
Aus gleichen Gründen ist auch die Tiefe stets reichlich zu bemessen. Bei ihr ist ferner
daraus zu sehen, daß sie auch erhalten bleibt. Alle schlämm- und sinkstoffführenden Zu
flüsse sind deshalb ohne Ausnahme vom Hafenbecken abzuhalten, denn in demselben wird
tvegen der bedeutenden Profilverbreiterung ein erheblich langsameres Fließen stattfinden,
so daß die schwebenden Teilchen Gelegenheit haben, sich abzusetzen, der Hafen also wie
«in Niederschlagsbecken wirkt.
Da aber auch das vom Strom hier eindringende Wasser zuzeiten reichliche Mengen
von Schlammteilchen mit sich führt und auch vom Ufer und den Schiffen aus eine fort-