Einrichtungen der Flußhäfen. 461
Bahn gefährdet wird. Die Schuppen müssen deshalb so breit sein und so weit von
einander abliegen, daß ein bequemes Wenden mit den Wagen möglich ist. Die vom
Fuhrwerk zu überschreitenden Gleise sind zu pflastern. Es ist gut, die Speicher nicht
durch einzelne Luken zugänglich zu machen, sondern möglichst die ganze Wandfläche
freizugeben. Werden die Schuppen mehrstöckig gebaut, so bezeichnet man sie als Speicher;
diese sind mit Aufzügen sowie mit Einrichtungen für den leichten Quertranspvrt zu
versehen.
Der Bau und die Verwaltung von Lager- oder Speicherränmen wird sehr oft be
sonderen Gesellschaften gegen Pacht überlassen. Der Staat behält sich dann nur ein Auf
sichtsrecht über Bauausführung und Betriebseinrichtung vor.
472. Grtrridertcvator in Thätigkeit. Nach Photographie von H. Breuer.
Macht sich die Anlage mehrerer Speicher nötig, so wird man in jeden derselben
gewisse Warengattungen weisen und Einrichtungen treffen, die der Natur dieser Güter
angepaßt sind, so daß sie das Verladen vereinfachen und die Aufbewahrung verbessern.
Vor allem trennt man die feuergefährlichen Gegenstände von den anderen Waren. Man
weist ihnen abseits gelegene Speicher zu, die so liegen, daß im Falle einer Entzündung
die übrigen Lagerhäuser nicht gefährdet sind und sich die mit solchen Gütern beladenen
Schiffe möglichst wenig zwischen den anderen Fahrzeugen zu bewegen brauchen.
Von allen feuergefährlichen Waren wird kaum eine in solchen Mengen befördert
als das Petroleum. Früher erfolgte seine Verladung in Fässern und zwar in der
Weise, wie die jedes anderen Stückgutes. Jetzt werden, um die Verdunstungsverluste
zu vermindern, sogenannte Tank- oder Ölschiffe gebaut, in welchen das Petroleum in
großen eisernen Gefäßen, die den Schiffskörper selbst bilden, verschickt wird. Aus diesen
Schiffen saugt man es mittels Pumpen in am Land stehende, den Gasometern ähnliche,
eiserne Behältnisse, Tanks genannt, aus welchen dann die Verteilung in kleinere Mengen
vorgenommen wird. Das Ganze wird zur Sicherung der Anlieger mit einem Erdwall
umgeben.