Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

462  Einrichtungen  der  Flußhäfen.
Alle  diese  Verbesserungen  in  der  Aufbewahrung  und  dem  Versand  des  Petroleums
sind  von  Amerika  zu  uns  herüber  gekommen.  Aus  demselben  Lande  stammen  die  Neuerungen, ­
  die  den  Getreidetransport  im  großen  vervollkommnet  haben.  Dort  muß  das
aus  dem  Westen  kommende  Getreide  von  tiefen  Wasserstraßen,  wie  z.  B.  dem  Ohio  und
der  amerikanischen  Seenkette  auf  kleinere  weniger  leistungsfähige  Kanäle  übergehen.  Die
Umladung  muß  schnell  und  billig  erfolgen,  damit  nicht  übermäßige  Kosten  das  Getreide
für  den  europäischen  Markt  zu  sehr  verteuern.  Auch  ist  an  solchen  Stellen  für  die  Aufbewahrung ­
  größerer  Massen  Sorge  zu  tragen.  Man  hat  dort  die  Speicherräume  gleich
mit  den  Entladevorrichtungen  verbunden  und  außerdem  die  Einrichtung  getroffen,  daß
während  des  Umschlags  zugleich  ein  Wiegen  und  Reinigen  der  Ware  stattfindet.  Diese
Erfindungen  haben  sich  schnell  nach  Europa  verbreitet  und  iu  den  Häfen  von  London,
Antwerpen  u.  s.  w.  sowie  auch  im  Binnenlande  in  Frankfurt,  Mainz,  Mannheim,  Duisburg ­
  Einführung  gefunden.
Die  neueste  Erscheinung ­
  auf  diesem  Gebiete
ist  der  pneumatische
Elevator.  An  Stelle  des
Becherwerks  tritt  bei
diesem  ein  beweglicher
Schlauch,  durch  den  mittels
starker  Luftverdünnung
das  Getreide  aus  dem
Schiff  gesaugt  wird.  Die
Vorteile  dieser  Anordnung ­
  sind  bedeutend.
Es  wird  zunächst  überhaupt ­
  ein  schnelleres  Entladen ­
  erreicht.  Weiterhin
ist  es  möglich,  bei  jedem
Wetter  zu  arbeiten,  da
weder  im  Speicherraum
noch  im  Schiff  größere
Luken  offen  zu  lassen  sind.
Man  kann  ferner  mit  dem
Saugkopf  des  Schlauches
überall  hinkommen,  während ­
  bei  den  Becherwerken  das  Getreide  der  Hebevorrichtung  zugeschaufelt  werden  muß.
Mächtige  Elevatoren  dieser  Art  finden  in  den  Seehäfen  Verwendung,  um  das  Getreide
aus  den  transatlantischen  Dampfern  in  Flußkähne  umzuladen.
Sowohl  in  den  Speichern,  wie  auf  den  Freilagerplätzen  werden  die  verschiedenen
Güter  nach  Arten  geordnet,  und  wenn  größere  Mengen  von  ein  und  derselben  Ware  zu
befördern  sind,  kann  man  mit  Vorteil  besondere  Ladeeinrichtungen  anwenden.  Die  Anwendung ­
  von  gesonderten  Ausladeplätzen  für  Holz  und  andere  Baumaterialien  ist  schon
besprochen.  Man  schafft  vor  allem  für  Bauholz  oft  eigene  Hafenanlagen,  so  z.  B.  in
Mannheim,  Frankfurt  a.  M.,  Kofel  u.  s.  w.  Überall  hat  man  da  einen  alten  Flußarm
als  Floßhafen  ausgebaut,  indem  man  ihn  an  seiner  oberen  Abzweigungsstelle  mit  einer
Einlaßschleuse  versah  und  an  seinen  Ufern  zum  Heraufziehen  der  Stämme  Längs-  und
Querschleppplätze  einrichtete.
Unter  den  besonders  zu  berücksichtigenden  Gütev  ist  ferner  die  Kohle  zu  zählen.
An.  den  Stellen,  wo  sie  mit  der  Eisenbahn  ankommt,  um  dann  im  Schiffe  weiterzugehen,
ist  eine  solche  Masse  zu  bewältigen,  daß  die  Einrichtung  besonderer  Kohlenhäfen,  wie  in
Ruhrort  und  Kosel  sich  als  notwendig  herausstellt.  Hier  findet  man  auch  für  die  Verladung ­
  besondere  Einrichtungen.  Ihr  Grundgedanke  ist  der,  daß  man  das  Gefäß,  welches
die  Kohlenladung  enthält,  zum  allmählichen  Umkippen  bringt,  und  die  Ladung  durch  ihre
            
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