Schiffshebewerke. 485
sind 22,87 m lang, 4,72 m breit und haben 1,5 m Wassertiefe. Der Trent- und Mersey-
Kanal ist durch einen 49,4 m langen eisernen Aquädukt bis an das Hebewerk geführt.
Das zu hebende Gewicht beträgt mit Ausnahme des Preßcylinders 235 t, das Heben
erfolgt in acht Minuten. Die Anlage ist seit 1875 in Betrieb, 1881 trat durch den
Bruch eines Preßcylinders eine Betriebsstörung von einmonatlicher Dauer ein. Die
Wiederherstellung soll 20 000 Mark gekostet haben. Die ganze Anlage hat nahezu
1,4 Millionen Mark Baukosten verursacht, die Betriebskosten sollen 1880 10 400 Mark
betragen haben.
Ähnliche Anlagen bestehen am Kanal de Neufosse in der Nähe von Fontinettes bei
St. Omer in Frankreich für Schiffe bis zu 300 t Tragfähigkeit und für 13,i3m Höhen-
487. ficlicnierk von La Lonvicre für Kchiffe dis 400 Tonnen.
Fallhöhe 15,4 m. Ansicht bet Thalfahrt.
unterschied, ferner bei La Louviere am belgischen Mittelkanale für Schiffe bis zu 400 t
Tragfähigkeit und für 15,4 m Höhenunterschied.
Da bei allen diesen Hebewerken die Schleusenkammern auf je einem Preßkvlben
ruhen, so läßt sich die Einrichtung dort nicht mehr verwenden, wo es sich um noch größere
Schiffe handelt, wie sie u. a. auf den neuen Binnenkanälen in Deutschland verkehren, denn
die Unterstützung der etwa 70 m langen Kammern oder Tröge durch einen Kolben würde
wenig sicher werden, und die Preßkvlben würden zu große Abmessungen erhalten müssen.
Ferner würde aber der Kanal, ohne daß die Stärke des Verkehrs es verlangte, von vorn
herein zur Ausgleichung des toten Gewichtes mit doppelten Schleusenkammern angelegt
werden müssen, was bei der Größe der Anlagen natürlich mit ganz erheblichen Kosten
verknüpft wäre. Man erbaute deshalb das Hebewerk des Dortmund-Emskanales
bei Henrichenburg von 14 m Hubhöhe und für Schiffe von etwa 600 1 derart, daß
die Schleusenkammer durch Schwimmer unterstützt wird, welche zugleich der ganzen toten
Last das Gleichgewicht halten.