Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Seekanäle.

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Itdjert  Verhältnisse,  sowie  der  großen  Vervollkommnung  der  Baumaschinen  verschiedenster
Art  (wie  Naß-  und  Trockenbagger  (Exkavatoren^,  Saugbagger  u.  s.  w.)  ist  es  der  modernen
Jngenieurtechnik  möglich  gewesen,  bedeutende  Schöpfungen  dieser  Art  hervorzubringen,
die  mit  zu  deren  interessantesten  Leistungen  zu  rechnen  sind.  Ein  näheres  Eingehen  verdienen ­
  insbesondere  der  Suezkanal,  der  Manchester  Schiffskanal,  der  Kaiser  Wilhelmkanal,
der  Kanal  von  Korinth  und  der  Seekanal  von  St.  Petersburg  nach  Kronstadt.  Außerdem
sind  zu  nennen  der  bereits  früher  erwähnte  Amsterdamer-Nordseekanal  bei  Imuiden,  der
Panamakanal,  sowie  die  Projekte  eines  Nicaraguakanals  und  eines  Kanals  zur  Verbindung
des  Firth  of  Forth  mit  dem  Firth  of  Clyde  in  Schottland.  Auch  die  kühnen  Projekte,
Brüssel  und  Gent  zu  Seehäfen  zu  machen,  verdienen  hier  Erwähnung,  wie  nicht  minder
der  Gedanke,  die  Hauptstädte  Frankreichs  und  Italiens  durch  Seekanäle  mit  dem  Meere
zu  verbinden.  Des  Projektes  eines  Seekanals  von  Berlin  ist  oben  bereits  gedacht  worden.
Die  Verwirklichung  mancher  dieser  hochfliegenden  Pläne,  wie  nicht  minder  das  Projekt
zur  Verbindung  des  Atlantischen  Ozeans  mit  dem  Mittelmeer  auf  der  Linie  Bordeaux-494.

  Kchaufrltroiiirnbaggrr.

Toulouse-  Narbonne  wird  jedoch  noch  längere  Zeit  auf  sich  warten  lassen.  Der  Seekanal
von  Rom  würde  eine  Länge  von  20  km  erhalten.  Die  Kosten  des  Kanals,  durch  welchen
Paris  zum  „port  de  mer“  umgewandelt  werden  soll,  sind  zu  2000  Millionen  Frank
veranschlagt.  Billiger  ist.  das  Projekt,  Brüssel  für  Seeschiffe  erreichbar  zu  machen.  Ter
27  Ion  lange  Kanal  ist  zu  13,5  Millionen  Frank  veranschlagt.
Brüssel  liegt  an  dem  kleinen  Flüßchen  Senne,  einem  Zuflusse  der  Dyle,  die  Dylc  fließt
nach  ihrer  Vereinigung  mit  dem  Ncthe  als  Rüpel  in  die  Schelde.  Die  Senne  ist  ein  Wasserlauf ­
  von  schwachem  Gefälle,  in  dein  sich  aber  die  Gezeiten  noch  bedeutend  bemerkbar  machen.
Dadurch  ist  es  schon  gegenwärtig  für  kleine  Boote  möglich,  mit  der  Flut  von  der  Schelde  ans
bis  Brüssel  zu  gelangen  und  umgekehrt  mit  der  Ebbe  den  Rückweg  anzutreten.  Somit  wäre
ein  gewisser  Wasserverkehr  bereits  von  der  Natur  ermöglicht,  wenn  nicht  die  Senne  ein  recht
launenhaftes  Wasser  wäre,  das  nicht  nur  abwechselnd  an  starken  Überschwemmungen  und  an
Austrocknung  leidet,  sondern  auch  durch  die  zahlreichen  Windungen  die  Schiffahrt  erschwert.
Schon  früh  tauchte  daher  der  Plan  auf,  diese  natürliche  Wasserstraße  durch  eine  künstliche  zu
ersetzen.  In  der  ersten  Hälfte  des  16.  Jahrhunderts  wurde  der  Bau  eines  Kanals  zur
direkten  Verbindung  von  Brüssel  mit  dem  Rüpel  beschlossen  und  von  Kaiser  Karl  V.  im
Jahre  1531  genehmigt.  Die  Arbeiten  wurden  jedoch  erst  im  Jahre  1550  begonnen  und
1561  vollendet.  Anfangs  war  dieser  Kanal,  der  älteste  Belgiens,  am  Boden  nur  8  bis
10  in  breit  und  noch  nicht  2  m  tief,  später  wurde  er  erweitert  und  vertieft,  so  daß  seine
Breite  gegenwärtig  15  in,  seine  Tiefe  3,20  in  und  seine  Länge  28  Irin  beträgt.  Er  schließt
sich  in  Brüssel  an  den  Endpunkt  des  Kanals  von  Charleroi  an,  verfolgt  das  linke  User  der
            
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