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Kaiser-Wilhelm-Kanal.
Die verschiedenen kleineren Schleusen- und Hafenaulagen, die zahlreichen Hochbauten
auf der Strecke und an den Mündungen, wo sich ganze Ansiedelungen gebildet haben,
die Fernsprech- und Telegraphenanlageu und die sonstigen Signalanlagen zur Sicherheit
des Schiffahrtsbetriebes zu besprechen, reicht der Raum nicht aus. Erwähnt seien nur noch
die Pegeltürme in Brunsbüttel und Holtenau, auf denen von weitem auf 3 in im Durch
messer haltenden Zifferblättern die Wasserstände innerhalb und außerhalb des Kanals
abgelesen Iverden können. Bei Eintritt von für den Betrieb der Schleusen besonders
wichtigen Wasserständen ertönt selbstthätig ein Glockenzeichen, um die Aufmerksamkeit des
Schleusenpersonals zu erregen. Um den Kanal auch bei Nacht mit Sicherheit befahren
zu können, sind an beiden Ufern Lichtträger aufgestellt, in geraden Strecken in Abständen von
250 in, in den schärfsten Kurven in Abständen von 80 m, welche in 4 in Höhe über
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dem Wasserspiegel Glühlampen von 25 Kerzenstärken tragen. Da nicht nur die Kanal
strecke selbst beleuchtet werden mußte, sondern namentlich an den Schleusen für Gebäude-
und Hafenleuchten großes Lichtbedürfnis war, so wurde an jeder Mündung eine elektrische
Zentrale zur Erzeugung des Stromes errichtet, um den Kanal von der Mündung bis
zur Mitte mit Licht zu versorgen. Die Kanalleitung besteht aus 4 mm Kupferdraht.
Die elektrische Beleuchtung ist von der Aktiengesellschaft Helios in Köln-Ehrenfeld aus
geführt worden. Die Einfahrt in den Kanal wird in Brunsbüttel durch kleine auf den
Molenköpfen, in Holtenau durch auf den äußersten Enden der Erdanschüttnngen am Außen
hafen errichtete Leuchttürme bezeichnet. Der nördlichste Leuchtturm von Holtenau erhebt
sich über dem von Kaiser Wilhelm I. gelegten Grundstein, einem achteckigen Gewölbebau,
der über dem Eingang mit einem Bronzerelief von dem Bildhauer E. Herter in Berlin,
die Vereinigung von Nord- und Ostsee durch den Kanal darstellend, geschmückt ist. Das
Innere dient als Gedächtnishalle und ist mit den Bildnissen der drei Kaiser und mit
Gedächtnistafeln, die wichtigsten Angaben über den Kanalbau enthaltend, ausgestattet.
Fürsorge für die Arbeiter. Die größte Zahl der am Kanal gleichzeitig be
schäftigten Arbeiter, Handwerker, Schiffer einschließlich des Aufsichtspersonals betrug zur