Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

509

Kaiser-Wilhelm-Kanal.

Die  verschiedenen  kleineren  Schleusen-  und  Hafenaulagen,  die  zahlreichen  Hochbauten
auf  der  Strecke  und  an  den  Mündungen,  wo  sich  ganze  Ansiedelungen  gebildet  haben,
die  Fernsprech-  und  Telegraphenanlageu  und  die  sonstigen  Signalanlagen  zur  Sicherheit
des  Schiffahrtsbetriebes  zu  besprechen,  reicht  der  Raum  nicht  aus.  Erwähnt  seien  nur  noch
die  Pegeltürme  in  Brunsbüttel  und  Holtenau,  auf  denen  von  weitem  auf  3  in  im  Durchmesser ­
  haltenden  Zifferblättern  die  Wasserstände  innerhalb  und  außerhalb  des  Kanals
abgelesen  Iverden  können.  Bei  Eintritt  von  für  den  Betrieb  der  Schleusen  besonders
wichtigen  Wasserständen  ertönt  selbstthätig  ein  Glockenzeichen,  um  die  Aufmerksamkeit  des
Schleusenpersonals  zu  erregen.  Um  den  Kanal  auch  bei  Nacht  mit  Sicherheit  befahren
zu  können,  sind  an  beiden  Ufern  Lichtträger  aufgestellt,  in  geraden  Strecken  in  Abständen  von
250  in,  in  den  schärfsten  Kurven  in  Abständen  von  80  m,  welche  in  4  in  Höhe  über

503.  Schlrulr  jn  Nrunsbitttrl.

dem  Wasserspiegel  Glühlampen  von  25  Kerzenstärken  tragen.  Da  nicht  nur  die  Kanalstrecke ­
  selbst  beleuchtet  werden  mußte,  sondern  namentlich  an  den  Schleusen  für  Gebäudeund
  Hafenleuchten  großes  Lichtbedürfnis  war,  so  wurde  an  jeder  Mündung  eine  elektrische
Zentrale  zur  Erzeugung  des  Stromes  errichtet,  um  den  Kanal  von  der  Mündung  bis
zur  Mitte  mit  Licht  zu  versorgen.  Die  Kanalleitung  besteht  aus  4  mm  Kupferdraht.
Die  elektrische  Beleuchtung  ist  von  der  Aktiengesellschaft  Helios  in  Köln-Ehrenfeld  ausgeführt ­
  worden.  Die  Einfahrt  in  den  Kanal  wird  in  Brunsbüttel  durch  kleine  auf  den
Molenköpfen,  in  Holtenau  durch  auf  den  äußersten  Enden  der  Erdanschüttnngen  am  Außenhafen ­
  errichtete  Leuchttürme  bezeichnet.  Der  nördlichste  Leuchtturm  von  Holtenau  erhebt
sich  über  dem  von  Kaiser  Wilhelm  I.  gelegten  Grundstein,  einem  achteckigen  Gewölbebau,
der  über  dem  Eingang  mit  einem  Bronzerelief  von  dem  Bildhauer  E.  Herter  in  Berlin,
die  Vereinigung  von  Nord-  und  Ostsee  durch  den  Kanal  darstellend,  geschmückt  ist.  Das
Innere  dient  als  Gedächtnishalle  und  ist  mit  den  Bildnissen  der  drei  Kaiser  und  mit
Gedächtnistafeln,  die  wichtigsten  Angaben  über  den  Kanalbau  enthaltend,  ausgestattet.
Fürsorge  für  die  Arbeiter.  Die  größte  Zahl  der  am  Kanal  gleichzeitig  beschäftigten ­
  Arbeiter,  Handwerker,  Schiffer  einschließlich  des  Aufsichtspersonals  betrug  zur
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.