Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Seekanäle.

Dem  zu  hohen  Tarif  wurde  die  Schuld  an  dem  geringen  Verkehr  zugeschrieben,  und
es  wurde  deshalb  der  Tarif,  der  bis  zum  30.  September  1899  durch  den  Kaiser  im  Einvernehmen ­
  mit  dem  Bundesrat  festgesetzt  werden  konnte  und  später  durch  den  Reichstag
festgelegt  wird,  vom  1.  September  1896  ab  ermäßigt  auf:  für  die  ersten  400  Registertonnen ­
  netto  je  60  Pfennig,  für  die  überschießenden  bis  einschließlich  600  Registertonnen
40  Pfennig,  für  die  weiter  überschießenden  bis  einschließlich  800  Registertonnen  je
30  Pfennig,  für  die  weiter  überschießenden  Registertonnen  je  20  Pfennig.  Während  der
Monate  Oktober  bis  einschließlich  März  sind  die  Abgabensätze  um  10  °/ 0  höher.
Durch  diesen  Tarif  sind  erhebliche  Erleichterungen  geschaffen  worden,  was  sich  auch
in  der  Zunahme  des  Verkehrs  gezeigt  hat.  In  der  Zeit  vom  1.  September  1896  bis
31.  März  1897  ist  gegen  den  gleichen  Zeitraum  des  Vorjahres  die  Zahl  der  Dampfer  von
3707  mit  647  365  Tonnen  auf  4187  mit  880  417  Tonnen,  die  Zahl  der  Segler  von
4373  mit  182  238  Tonnen  auf  5644  mit  223  693  Tonnen,  die  Kanalgebühren  von
496  399  Mark  auf  533  059  Mark,  das  ist  um  36  660  Mark  oder  1,4°/ 0  gestiegen.
Im  Haushaltungsjahr  1896,97  haben  den  Kanal  befahren
8  287  Dampfschiffe  mit  zusammen  1407  435  Registertonnen
11  673  Segelschiffe  „  „  441  023
zus.  19  960  Schiffe  1  848  884  Registertonnen.
Die  Einnahmen  der  Kanalverwaltung  haben  betragen:  1  016  854  Mark,  die  Ausgaben
2  074  792  Mark.  Der  Kanal  hat  somit  seine  Betriebs-  und  Unterhaltungskosten  nicht
ganz  zur  Hälfte  gedeckt.
Im  Berichtsjahr  1898/99  ist  der  Kanal  befahren  von
11005  Dampfschiffen  mit  zusammen  2  467  839  Registertonnen
14  811  Segelschiffen  „  „  650001  „
zus.  25  816  Schiffe  3  117  840  Registertonnen.
Die  Einnahmen  betrugen  1  634  337  Mark,  die  Ausgaben  2  066  737  Mark,  so  daß  sich
das  Defizit  nur  noch  auf  432  490  Mark  belief.  Diese  Zahlen  zeigen,  daß  eine  allmähliche
Erzielung  befriedigender  Einnahmen  durch  den  wachsenden  Verkehr  erwartet  werden  darf.
Der  Seekanal  von  St.  Petersburg  nach  Kronstadt.  Das  östliche  Ende  des
Finnischen  Meerbusens  weist  nur  geringe  Tiefen  auf,  so  daß  nur  Schiffe  mit  2  bis  3  m
Eintauchungstiefe  in  die  Newa  einlaufen  können.  Unter  diesen  Verhältnissen  mußte  in  dem
vor  St.  Petersburg  liegenden  Kronstadt  eine  Umladung  vorgenommen  werden,  wodurch
erhebliche  Unkosten  entstanden.  Überdies  war  es  den  Leichterschiffen  bei  stürmischem  Wetter
auch  häufig  nicht  möglich,  die  Fahrt  nach  dem  im  offenen  Meere  liegenden  Kronstadt  anzutreten. ­
  Die  Verzögerung  und  die  hohen  Versicherungsprämien  verteuerten  die  Fahrt
derart,  daß  beispielsweise  der  Transport  einer  Tonne  Kohlen  von  Newcastle  nach  Kronstadt
6,5  Mark,  nach  dem  dicht  dabei  liegenden  Petersburg  aber  8,5  Mark  kostete.  Der  jährliche
Schaden  des  Verkehrs  wurde  zu  16  bis  18  Millionen  Mark  geschätzt.  Um  diese  Übelstände
zu  beseitigen,  schritt  man  1874  zur  Herstellung  eines  Seekanals  im  wahren  Sinne  des
Wortes,  da  dieser  Kanal  thatsächlich  durch  die  See  geführt  ist.  Der  Kanal  wird  auf
einer  Länge  von  12  km  beiderseits  von  Molen  begrenzt,  deren  Abstand  voneinander
210  in  beträgt.  Zwischen  diesen  Molen  ist  eine  in  der  Sohle  84  in  breite  Schiffahrtsrinne ­
  auf  6,73  m  Tiefe  ausgebaggert.  Zwischen  den  Endpunkten  der  Molen  und  Kronstadt ­
  ist  auf  einer  Länge  von  fast  20  km  eine  einfache  Rinne  von  gleicher  Tiefe  und
Breite  gebaggert  worden.
Der  Kanal  von  Korinth.  Dem  Umstand,  daß  die  Terrainbeschaffenheit  der  Landenge ­
  von  Korinth  einen  leichten  Verkehr  nach  der  Küste  des  Ägäischen  Meeres  gestattet,
verdankte  der  Golf  von  Korinth  bereits  im  Altertum  seine  Bedeutung  als  kürzeste  Wasserstraße ­
  ztvischen  Brundusium,  dem  jetzigen  Brindisi  in  Italien  und  Athen.  Die  hier  einst
vorhanden  gewesene  Schleifbahn  (Diolkos)  zum  Schiffstransport  hat  oben  bereits  Erwähnung ­
  gefunden.  Erzherzog  Ludwig  Salvator  schreibt  in  seinem  Werke:  „Eine
Spazierfahrt  im  Golfe  von  Korinth":  „Kein  Busen  des  Mittelsmeeres  hatte  in
der  antiken  Welt  eine  so  große  Bedeutung,  wie  der  Golf  von  Korinth.  Als'Seestraße
            
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