Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Die  Eisenbahnen  Asiens.

Der  Brunelsche  Tunnel  unter  der  Themse  Hut  eine  Reihe  von  Nachahmungen  gefunden,
durch  welche  der  Verkehr  zwischen  den  betreffenden  Städten  eine  große  Förderung  erfahren
hat.  Zu  nennen  sind:  Der  Tunnel  unter  dem  Harlemflusse  bei  New  Jork  (842  in  lang),
der  Tunnel  unter  dem  Mersey  zwischen  Birkenhead  und  Liverpool  (4800  in  lang),  der
Tunnel  unter  dem  Indus  bei  Attok.
Sogar  im  Reiche  des  kranken  Mannes  nimmt  die  Länge  der  Schienenwege,  wenn
auch  der  Natur  der  Türken  entsprechend  nur  langsam,  zu.  Unter  den  neueren  Eisenbahnen
ist  diejenige  von  Beirut  nach  dem  uralten  Damaskus  zu  erwähnen.  Bereits  im  hohen
Altertume  war  dieser  in
der  durch  künstliche  Jrrigationsanlagen
  des  Barada ­
  bewässerten,  vielgepriesenen ­
  Ghuta  belegene
Ort  als  Stapelplatz  der
kostbarsten  und  kunstvollsten ­
  orientalischen  Waren
berühmt.  Von  hier  aus
erstreckten  sich  alte  bedeutende ­
  Karawanenstraßen
nach  dem  Euphrat  und
nach  Phönizien.  Die  Bahn
mußte  die  gewaltigen  Bergzüge ­
  des  Libanon  und
Antilibanon  übersteigen,
und  zwar  mußte  die  Höhe
von  1300  in  bewältigt
werden.  Die  Verhältnisse
bedingten  Steigungen,  die
nur  mittels  einer  Zahnradbahn ­
  zu  überwinden
waren.  Die  Bahn  dient
nicht  allein  dem  Frachtverkehr, ­
  sondern  wird  in
steigendem  Maße  Vergnügungsreisende ­
  anziehen, ­
  da  sie  nicht  nur
nach  altbekannten  Stätten
führt,  sondern  auch  hohe
landschaftliche  Reizpunkte
besitzt.  Während  sich  bei
Beirut  ein  ungemein  fruchtbares ­
  Gelände  mit  zahlreichen ­
  malerischen  Ort-  18,  Strecke  der  Eisenbahn  Beirut-Damaskus:  Im  Thäte  des  Narada.
schäften  und  Klöstern  ausbreitet, ­
  die  sich  terrassenförmig  an  den  Abhängen  hinaufziehen,  gelangt  man  mit  zunehmender ­
  Höhe  in  kahle,  wildzerklüftete  Gebirgspartien.
Ein  bedeutungsvolles  Unternehmen,  die  Bahnverbindung  mit  dem  am  Euphrat  belegenen,
  einst  hochberühmten  Kalifensitz  Bagdad  ist  seiner  Verwirklichung  nahe.  Seit
Jahren  hatten  sich  die  Engländer  um  dieses  Projekt  bemüht,  jetzt  ivird  es  durch  deutsche
Ingenieure  und  mit  deutschem  Kapital  ausgeführt  werden.
Selbst  das  abgeschlossene  Reich  der  Mitte  kann  sich  dem  weiteren  Vordringen  der
Eisenbahnen  gegenüber  nicht  mehr  so  ablehnend  wie  früber  verhalten.  Der  mächtige
Nachbar  Chinas,  Rußland,  hat  die  große  kulturelle  Mission  der  Eisenbahnen  voll  erkannt
und  ist  emsig  bestrebt,  durch  dieses  Mittel  seine  ungeheuren  Landgebiete  auszuschließen.
            
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