Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

546  Seehäfen.  Schiffahrtszeichen.
durch  einen  mächtigen  Leuchtturm  kenntlich  gemacht  ist,  der  aus  einer  die  Freiheit  darstellenden ­
  Figur  von  46  in  Höhe  besteht,  jährlich  über  30  000  Schiffe  ein.  Ein  gewaltiges
Leben  herrscht  auf  den  Flüssen,  an  deren  Ufern  New  Jork  liegt,  dem  Hudson  und  dem
East  River,  über  welchen  sich  die  mächtige  Brücke  spannt,  unter  der  die  größten
Schiffe  mit  ihren  Masten  frei  und  stolz  passieren,  und  dessen  beide  Ufer  durch  Hunderte
Fährboote  miteinander  in  Verbindung  gebracht  sind.  New  Dork  ist  der  größte  Stapelund
  Handelsplatz  Amerikas  und  der  drittgrößte  Hafen  der  Welt  getvorden.  So  großartig ­
  der  Verkehr  auf  den  beiden  Strömen  ist,  so  wenig  scheint,  wenn  der  Ankommende
einen  Blick  auf  die  Ufer  wirft,  für  die  Erleichterung  der  Löschung  der  Tausende  Schiffsfahrzeuge ­
  an  den  Ufern  Fürsorge  getroffen  zu  sein.  Nicht  wie  an  anderen  Seehäfen,
zeigt  der  Uferrand  Kaianlangen  mit  mächtigen  Kränen  und  hohen  Warenhäusern,  sondern
dem  Auge  bieten  sich  nur  Bretterschuppen  dar,  die  aus  Pfählen  errichtet  sind  und  einige
hundert  Fuß  in  den  Strom  hineinragen.  Diese  Piers  dienen  zum  Anlegen,  Ent-  und
Beladen  der  Schiffe.  Der  enorme  Getreideverkehr  hat  dazu  geführt,  daß  zahlreiche
plumpe  Holzbauten  in  Basilikenfvrm  von  50  und  noch  mehr  Meter  Höhe  errichtet
worden  sind,  in  und  aus  welchen  mittels  Elevatoren  die  Getreidemengen  geladen
werden.
Seit  Eröffnung  des  Suezkanals  ist  Bombay,  an  der  Westküste  des  Dekhan  der
bedeutendste  und  für  die  Europäer  wichtigste  Hafenort  Indiens  geworden.
Um  die  Schiffe  zu  allen  Jahreszeiten,  auch  während  der  Zeit  des  Südwestmonsuns
gegen  die  Einwirkungen  der  See  zu  sichern,  sind  Bassins  zur  Erbauung  gekommen.  Ein
Teil  dieser  Docks  ist  im  Besitze  der  Regierung,  andere,  so  das  Sassoon-Dock  und  die
Bassins  der  Peninsular-  und  Orient-Dampfer-Linie-Gesellschaft  sind  Privateigentum.
Das  in  der  Ausdehnung  fortschreitende  indische  Eisenbahnnetz  trägt  naturgemäß  bedeutend
zu  der  Hebung  des  Handels  und  der  Schiffahrt  Bombays  bei.
Die  gewaltige  Ausdehnung  der  Hafenanlagen  in  allen  Welthäfen  während  der
letzten  Jahrzehnte  gibt  ein  anschauliches  Bild  davon,  in  welcher  enormen  Weise  in
unserem  Zeitalter  des  Verkehrs  sich  der  Handel  und  mit  ihm  die  Schiffahrt  weiter  entwickeln. ­

Am  Schluffe  der  Vorführung  der  Wasserstraßen  dürfte  es  angemessen  sein,  einige
Zahlen  über  den  Verkehr  auf  dem  Wasser  überhaupt,  soweit  hierbei  Deutschland  in
Betracht  kommt,  zu  geben.
Nach  dem  „Statistischen  Jahrbuch  für  das  Deutsche  Reich",  19.  Jahrgang,  beträgt
die  Länge  der  Binnenwasserstraßen  rund  14  000  Inn.  Auf  denselben  verkehren
23  000  Fahrzeuge  mit  2 s / 4  Millionen  Tonnen  Tragfähigkeit.  Der  Bestand  der
deutschen  Seeschiffe  betrug  im  Jahre  1897  =  3678.  Hiervon  entfielen  s / 4  auf  die
Nordsee  und  ‘/ 4  auf  die  Ostsee.  Der  Brutto-Raumgehalt  überstieg  2  Millionen  Registertonnen. ­
  Der  Seeverkehr  in  den  deutschen  Häfen  ist  von  1892  —  96  von  56  263  Schiffen
mit  13  Millionen  Registertonnen  auf  62  631  Schiffe  mit  14  */2  Millionen  Registertonnen ­
  gestiegen.  Im  Jahre  1898  verkehrten  in.  den  deutschen  Häfen  174251  Schiffe  mit
35,»  Mill.  Registertonnen,  hierunter  befanden  sich  90  787  Dampfschiffe  mit  30,2  Mill.
Registertonnen.  Gegenwärtig  umfaßt  der  Seehandel  bereits  70  Prozent  des  ganzen
Handels,  und  derselbe  stellte  sich  im  Jahre  1899  auf  mindestens  7  Milliarden  Mark.  Der
Gesamt-Spezialhandel,  welcher  1889  in  Ein-  und  Ausfuhr  rund  45  Millionen  Tonnen
im  Werte  von  7,2  Milliarden  Mark  betrug,  wies  1897  —  68  Millionen  Tonnen
im  Werte  von  8,6  Milliarden  auf.
            
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