Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Leuchtturm  von  Eddystone.

brannte  das  Feuer  zum  erstenmal  auf  dem  neu  erstandenen  Leuchtturme  und  leuchtete  den
Schiffern  47  Jahre  lang,  bis  im  Jahre  1755  der  Turin  Feuer  fing  und  als  Riesenfackel  in
den  Fluten  des  Meeres  in  Brand  und  Glut  versank.
Mit  den  Vorbereitungen  zum  Bau  des  dritten  Turmes  wurde  unverzüglich  begonnen,
und  der  im  Jahre  1724  geborene  Ingenieur  John  Smeaton  wurde  mit  dem  Bau  beauftragt.
Er  machte  sich  sofort  ans  Werk,  einen  steinernen  Leuchtturm  zu  bauen,  und  ließ  hierzu  den
Felsen  wagerecht  abarbeiten.  Der  erste  Stein  wurde  am  12.  Juni  1757  gelegt,  und  am
29.  August  1759  konnte  der  Schlußstein  gesetzt  werden.  Der  Turm  war  20  in  hoch,  hatte
am  Fuß  8  und  am  Kranz  41/s  ra  Durchmesser.  Die  Steine  waren  mit  größter  Sorgfalt  in
äußerst  zweckmäßiger  Weise  mit  sogenannten  Schwalbenschwänzen  und  eichenen  Dübeln  ineinander ­
  gefügt  und  miteinander  verbunden.  Am  16.  Oktober  1759  wurde  wiederum  das  Licht
auf  dem  festgefügten,  den  stärksten  Stürmen  gewachsenen  Turm  angezündet.
Aber  auch  dieser  Turm,  einst  der  besondere  Stolz  der  Engländer,  ist  nicht  mehr  vorhanden. ­
  Der  Felsen,  auf  dem  er  stand,  von  dem  Anprall  der  Wogen  zernagt,  drohte  dem
Turm  zum  Grab  zu  werden,  und  so  mußte  im  Jahre  1878  zum  Bau  des  vierten  Turmes
geschritten  werden.  Für  seinen  Standort  wurde,  40  m  vom  alten  Turm  entfernt,  ein  für  alle
Zeiten  Sicherheit  bietendes  Riff  gewählt,  das  nur  den  Nachteil  hatte,  daß  es,  sehr  niedrig,
bei  Springfluthochwasser  5  m  unter  Wasser  lag.  Im  Juli  1878  wurde  begonnen,  und  bis
Ende  des  Jahres  hatte  wegen  des  hohen  Wasserstandes  nur  135  Stunden  lang  auf  dem  Riff
gearbeitet  werden  können.  Auf  dem  eingeebneten,  von  Seepflanzeu  gereinigten  Riff  wurde
ein  Fangdamm  ans  Ziegelsteinen  gebaut  und  innerhalb  desselben  der  Felsen  zur  Aufnahme
des  Turmmauerwerks  vorbereitet.  Zahlreiche  Löcher  wurden  in  den  Felsen  gebohrt,  um
jeden  Stein  der  untersten  Schicht  durch  starke  Bolzen  mit  dem  Felsen  unverrückbar  zu  verbinden. ­
  Die  Maschinen  zur  Erzeugung  der  Druckluft  zum  Antrieb  der  Bohrer  waren  aus
dem  in  der  Nähe  des  Riffs  verankerten  Schraubendampfer  „Herkules"  aufgestellt;  auf  diesem
befanden  sich  auch  die  Pumpen,  um  den  Raum  innerhalb  des  Fangdammes  nach  Ablauf  des
Hochwassers  allemal  wieder  wasserfrei  halten  zu  können,  und  ebenso  diente  der  „Herkules"
in  Verbindung  mit  dem  auf  dem  Turm  selbst  aufgestellten  und  mit  dessen  Höherführung
allemal  wiederversetztcn  Kran  zum  Herbeischaffen  und  Versetzen  der  Steine.
Das  Mauerwcrk  besteht  aus  Granit,  und  jeder  Stein  ist  nach  dem  Vorgang  von  Smeaton
mit  seinen  Nachbarsteinen  zur  Seite  und  in  der  unteren  und  oberen  Schicht  durch  schwalbenschwanzfürmigen
  Versatz  aufs  innigste  verbunden  worden,  um  dem  Wogenprall  für  alle  Zeiten
stand  halten  zu  können.  Die  Quader  der  untersten,  unmittelbar  auf  dem  gewachsenen  Felsen
ruhenden  Schichte  sind  zudem  überall  noch  mindestens  30  cm  in  diesen  eingelassen.  Welchen
ungeheuren  Kräften  ein  solches,  der  vollen  Brandung  ausgesetztes  Bauwerk  widerstehen  muß,
mag  daraus  erhellen,  daß  die  Stoßkraft  der  Wellen  auf  das  Quadratmeter  getroffene  Fläche
einen  Druck  bis  zu  30  000  lex  ausübt.  Zur  Erhöhung  seiner  Standfestigkeit  ist  der'Turm
auf  einem  sich  0,76  m  über  das  Hochwasser  der  Springfluten  erhebenden  Unterbau  von  13,6  in
Durchmesser  ausgeführt.  Auf  diesem  Unterbau,  der  zugleich  eine  das  Landen  erleichternde
Plattform  bildet,  erhebt  sich  der  schon  geschweifte  Turm  bis  zu  40,6  m  Höhe  über  Springfluthochwasser. ­
  Seine  Mauerstärke  nimmt  von  unten  nach  oben  von  2,so  in  bis  auf  0,90  m  ab.
Trotz  aller  Schwierigkeiten  ging  der  Bau  so  gut  von  statten,  daß  am  18.  Juni  1883  die
feierliche  Eröffnung  des  Turmes  durch  das  Anzünden  der  Lampen  durch  den  Herzog  von
Edinburg  stattfinden  konnte.  Die  Kosten  des  Turmes  beliefen  sich  auf  1185100  Mark.  Der
alte  Turm  wurde  abgebrochen  und  der  obere  Teil  desselben  auf  Kosten  der  Stadt  Plymouth
aus  dem  hohen  Stranduser  von  Plymouth  als  ein  Ehrendenkmal  für  seinen  berühmten  Erbauer ­
  Smeaton  wieder  aufgerichtet.
Ähnliche  Schwierigkeiten  beim  Bau  boten  der  im  Jahre1807  von  Robert  Stevenson
(der  im  Laufe  seines  Lebens  18  Leuchttürme  baute)  ausgeführte  30  na  hohe  Leuchtturm
auf  dem  schon  oben  erwähnten  Bell  Rock  und  der  in  den  Jahren  1838—1842  nach
den  Plänen  von  Alan  Stevenson  erbaute  42  in  hohe  Leuchtturm  von  Skerryvore  auf
der  Insel  of  Tyree  in  Argyllshire  an  der  Westküste  von  Schottland.
Von  den  zahlreichen  in  den  letzten  Jahrzehnten  auf  deutschem  Boden  errichteten
Leuchttürmen  verdient  der  Rothesand-Leuchtturm  an  der  Wesermündung,  48  Irin  von
Bremerhaven  entfernt,  wegen  seiner  schwierigen  Gründung  ausführlichere  Erwähnung.
Es  ist  dies  der  erste  Leuchtturm,  der  im  offenen  Meere,  in  großer  Wassertiefe,  wo  selbst
bei  Ebbe  der  Baugrund  nicht  zu  Tage  tritt,  auf  dem  sandigen  Meeresgrund  aufgebaut,
oder  vielmehr  in  denselben  abgesenkt  worden  ist.
Der  Plan  für  die  eigenartige  Ausführung  dieses  Turmes,  für  den  weder  feste,  noch
schwimmende  Gerüste  verwendet  werden  konnten  und  sämtliche  Hilfsmittel  und  Maschinen  auf
dem  beschränkten  Raum  des  Bauwerkes  selbst  untergebracht  werden  mußten,  rührt  von  dem
damaligen  Oberingenienr  der  Aktiengesellschaft  für  Eisenindustrie  und  Brückenbau  (vormals
Johann  Caspar  Harkort  zu  Duisburg)  L.  Seifert  ljetzt  Direktor  der  Gesellschaft)  her.  Er
wählte  für  die  Gründung  des  eisernen  Turmes  das  Verfahren  der  Druckluftgründung.  Der
            
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