558 Schiffahrtszeichen.
mächtige, eiserne Senkkasten von länglich rundem Querschnitt, 13,6 m lang, 10,5 m breit, sollte
in den Meeresgrund abgesenkt und mit Beton ausgefüllt werden und so den Unterbau des
Turmes bilden. Die Ausführung wurde infolge eines niedrigeren Gebots einer Konkurrenz
firma der genannten Gesellschaft übertragen. Der Caisson wurde in Bremerhaven angefertigt
und schwimmend durch Schleppdampfer nach der Baustelle verbracht. Das seltsame Fahrzeug
gelangte, wenn anch unter Schwierigkeiten, glücklich an seinem Ziele au. Die Boden
beförderung begann und nahm guten Fortgang, obgleich die Arbeiten wegen Sturmes unter
brochen werden mußten. Am 9. Oktober 1881, nachdem der Senkkasten mit seiner Unterkaute
20,75 m unter Niedrigwasser, etwa 12 m unter Meeresgrund versenkt war, so daß nur noch
etwa 2 m an seiner endgültigen Tiefenlage fehlte, mußten die Arbeiter den Bau Sturmes
wegen wieder verlassen. Am 13. Oktober mittags, als ungewöhnlich starker Nordwest wehte, sah
ein Matrose von dem 6 km von der Baustelle verankerten Feuerschiff zufällig nach dem
Turm und sah denselben plötzlich unter hohem Aufwallen des Wassers verschwinden.
Durch Taucher wurde festgestellt, daß der Senkkasten, welcher 12'/r m in den Meeresgrund
eingedrungen war und 16 m über denselben hervorragte, 2'/, m über dem Meeresboden ab-
545. Ausfahrt des Aciikknstens für dcn Aothrfand-Leuchtturm nach der AaustcUc
am 26. Mai 1883.
gebrochen war. Vermutlich waren die Wellen über den 2 m über gewöhnlichem Hochwasser
endigenden nicht genügend mit Beton ausgefüllten Senkkasten hineingeschlagen und hatten so
ihr Zerstörungswerk in und an demselben ausüben können.
Trotz dieses Mißerfolges wurde von dem Leiter des Bremer Tonnen- und Bakenamts,
Baurat Hanckes, an dem ursprünglichen Plan festgehalten, und die Gesellschaft Harkort in
Duisburg übernahm nunmehr den Bau des zweiten Turmes zum Preise von 853000 Mark,
ohne die Bcfeuerungseinrichtung. Sie führte denselben in 2 Jahren glücklich zu Ende. Der
neue Senkkasten, 14 m lang, 11 m breit mit einer Grundfläche von 114 qm, erhielt etwas
größere Abmessungen als der alte. Da der Senkkasten bei der Aussahrt aus Bremerhaven nur
6 1 /2 IN Tiefgang erhalten durste, wurden zwei Schwimmkasten mit demselben in Verbindung ge
bracht, die nach beendigter Fahrt leicht abgenommen werden konnten. Bei der Ausfahrt hatte der
Senkkasten 18,76 m Höhe und reichte bei 6,5 m Tiefgang somit 12,26 m über Wasser. Vier
Schleppdampfer hatten große Mühe, mit dem schwimmenden Ungetüm gegen Sturm und Wellen
sich zu halten Am 27. Mai 1883 konnte mit dem Versenken begonnen werden. Infolge der
Erfahrungen beim ersten Bau wurde das Ausfüllen des Senkkastens mit Beton beschleunigt und
der Schutzmantel im ganzen 32 m hoch gemacht, so daß ein Überschlagen der Wellen aus
geschlossen war. Die Umgebung des Bauwerks wurde durch Versenken von Faschinen und
Steinmaterial gegen Auskolkungen gesichert. Dank aller Vorsichtsmaßregeln konnte das
Bauwerk am 17. Oktober 1883, nachdem die Unterkante des Senkkastens erst 15,6 m unter